100 Jah­re da­nach

ÜBER­BLICK Ver­an­stal­tun­gen zum The­ma Ers­ter Welt­krieg

Tageblatt (Luxembourg) - - Klangwelten -

Mor­gen Sonn­tag sind es ex­akt 100 Jah­re her, dass der Ers­te Welt­krieg mit dem Waf­fen­still­stand von Com­pièg­ne en­de­te. Meh­re­re kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen er­in­nern an die­se Ur­ka­ta­stro­phe des 20. Jahr­hun­derts. Das „Théât­re na­tio­nal du Luxembourg“wid­met sich dem The­ma mit gleich drei Pro­jek­ten. Der letz­te deut­sche Kai­ser Wil­helm II. konn­te sich der Ver­ant­wor­tung für mil­lio­nen­fa­ches Schlach­ten in ei­nem hol­län­di­schen Schloss ent­zie­hen, das er von der Tan­te der Schau­spie­le­rin Au­drey Hep­burn er­wor­ben hat­te. Die Auf­zeich­nun­gen sei­nes Flü­ge­l­ad­ju­tan­ten sind das au­then­ti­sche Ma­te­ri­al, aus dem Au­tor

Wolfs­mehl das Rock­mu­sik­dra­ma „Wil­helm II.: the Cra­zy

An­ti­war His­to­ry Ral­lye“kre­iert hat. Es ist je­doch kein Ge­den­kabend. Im Ge­gen­teil: ein ver­rück­ter Tanz am Ab­grund, in­sze­niert von Ste­fan Mau­rer. Su­san­ne Bre­de­höft spielt den Kai­ser. In wei­te­ren Rol­len sind Thorsten Hei­del, Uli Pleß­mann, Ju­bril Su­lai­mon und Bri­git­te Ur­hau­sen zu se­hen.

Der Schre­cken des Krie­ges ver­birgt manch­mal auch schö­ne Ge­schich­ten. Wie die des Cel­lis­ten Mau­rice Ma­ré­chal. Als großer Mu­si­ker, der sich an der Front en­ga­gier­te, spiel­te er dank ei­nes pro­vi­so­ri­schen In­stru­ments sei­ner Gr­a­ben­ka­me­ra­den wei­ter. Das In­stru­ment mit dem Na­men „Le Poi­lu“wur­de dank der Cel­lis­tin Em­ma­nu­el­le Bertrand wie­der zum Le­ben er­weckt, die ein Le­se­kon­zert um die­se schö­ne Ge­schich­te kre­ierte. „Le vio­lon­cel­le de gu­er­re“ist ei­ne Kon­zert­le­sung aus den neun Kriegs­ta­ge­bü­chern von Mau­rice Ma­ré­chal mit Mu­sik von Bach, Brit­ten, Hen­ze, Amo­y­el, Du­ro­soir, De­bus­sy u. a. Mit dem Schau­spie­ler François Mar­thouret.

„Wel­ten­brand“ist ein Ver­such des Axen­sprung Thea­ter Ham­burg, das Un­be­greif­li­che die­ser eu­ro­päi­schen Ka­ta­stro­phe fass­ba­rer zu ma­chen, die An­nä­he­rung an ei­ne Ge­ne­ra­ti­on, „die vom Krie­ge zer­stört wur­de, auch wenn sie den Gra­na­ten ent­kam“, wie Erich Ma­ria Re­mar­que schrieb. Mit zeit­ge­nös­si­schen Zi­ta­ten und Fo­tos, ver­ton­ten Ge­dich­ten Au­gust Stramms, Bil­dern von Ot­to Dix und ei­ner Ebe­ne aus Ge­räu­schen und Mu­sik ver­bin­det sich in „Wel­ten­brand“die Ge­schich­te zu ei­nem zeit­lo­sen und in­ten­si­ven Thea­ter­er­leb­nis. Re­gie führ­te Erik Sch­äff­ler; Kom­po­si­ti­on und Mu­sik stam­men von Mar­kus Voigt, für die Text­be­ar­bei­tung war Micha­el Bi­del­ler zu­stän­dig. Mit Micha­el Bi­del­ler, Oli­ver Her­mann, Mar­kus Voigt. Die Pro­duk­ti­on ist am 14.11. im TNL zu se­hen.

„Lost Me­mo­ries of WW1“ist der Ti­tel ei­ner Ver­an­stal­tung, die mor­gen im „Cent­re na­tio­nal de l’au­dio­vi­su­el“in Dü­de­lin­gen statt­fin­det. Ab 16.00 Uhr ste­hen di­ver­se Vor­le­sun­gen auf dem Pro­gramm:

• An­toi­net­te Reuter („Cent­re de do­cu­men­ta­ti­on sur les mi­gra­ti­ons hu­mai­nes“– CDMH): „La Pre­miè­re Gu­er­re mon­dia­le a-t-el­le mis les femmes au tra­vail?“;

• De­nis Scu­to („Cent­re for Con­tem­pora­ry and Di­gi­tal His­to­ry“): „Jo­seph Fox, Jo­seph Klo­mann, Gus­ta­ve Ver­dun: Mé­moi­res d’hom­mes ou­bliées“;

• In­na Gan­schow (Cent­re for Con­tem­pora­ry and Di­gi­tal His­to­ry): „Lost & Found: Die Ge­schich­te der rus­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen in Lu­xem­burg in 1918“;

• Tho­mas Koln­ber­ger (Uni­ver­si­tät Lu­xem­burg): „Die Waf­fen ru­hen, die To­ten nicht: Be­gräb­nis­stät­ten als Er­in­ne­rungs­or­te für die Ge­fal­le­nen der Gran­de Gu­er­re“;

• Ste­fan Krebs („Cent­re for Con­tem­pora­ry and Di­gi­tal His­to­ry“): „Ver­klun­ge­ne Ge­schich­te? Zur au­di­tiven Er­in­ne­rung des Ers­ten Welt­kriegs“;

• Lud­wig Vogl-Bie­nek ( Uni­ver­si­tät Tri­er): „Kriegs­schau­plät­ze an der Hei­mat­front: Ger­man lan­tern sli­des used in the Gre­at War“.

Ge­gen 17.30 Uhr fin­det dann die Lan­ter­na-ma­gi­ca-Ver­füh­rung „In Treue fest! Stri­cken und Ster­ben im Ers­ten Welt­krieg“statt.

In punc­to Aus­stel­lun­gen ist ab mor­gen Sonn­tag und bis zum 25. No­vem­ber „Der Sü­den des Groß­her­zog­tums wäh­rend dem Ers­ten Welt­krieg (191418)“im Fest­saal des „Mu­sée rural et ar­tis­anal“in Pep­pin­gen zu se­hen. Noch bis zum 6. De­zem­ber kann man im Mer­scher Kulturhaus die Aus­stel­lung „End­lech

Fridden“der „Ge­schichts­frënn Miersch“be­sich­ti­gen.

„Et­re d’ail­leurs en temps de gu­er­re (1914-1918) – étran­gers à Du­de­lan­ge – Du­de­lan­geois à l’étran­ger“des CDMH ist noch bis zum 9.12. am Bahn­hof Du­de­lan­ge-Usi­nes zu se­hen. Im Ar­senal in Metz (F) öff­net heu­te Sams­tag die Fo­to­aus­stel­lung „De­vant Ver­dun“von Jac­ques Gri­son. Sie ist noch bis zum 6.1.2019 zu se­hen.

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