Mit Tech­nik ge­gen die Ar­mut

ENT­WICK­LUNG „9th Eu­ro­pean Mi­cro­fi­nan­ce Award“

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Chris­ti­an Mul­ler

Be­reits zum neun­ten Mal wur­de in Lu­xem­burg der Eu­ro­päi­sche Preis für Mi­kro­fi­nanz ver­lie­hen. Zu ge­win­nen gab es 100.000 Eu­ro. Das Ta­ge­blatt stellt die Fi­na­lis­ten vor.

Be­reits zum neun­ten Mal seit 2005 wur­de die­se Wo­che in Lu­xem­burg der Eu­ro­päi­sche Preis für Mi­kro­fi­nanz ver­lie­hen. Zu ge­win­nen gab es 100.000 Eu­ro. Der dies­jäh­ri­ge Award stand ganz im Zei­chen der Tech­no­lo­gie. Be­wer­ben durf­ten sich nur Mi­kro­fi­nanz­in­sti­tu­te (MFI), die ei­ne tech­nisch in­no­va­ti­ve Lö­sung für ein Pro­blem in ih­rem Be­reich ge­fun­den ha­ben. Die Mi­kro­fi­nanz hat zum Ziel, Men­schen in ar­men Welt­re­gio­nen da­bei zu hel­fen, der Ar­mut zu ent­kom­men. Vie­le Per­so­nen ha­ben kei­nen Zu­gang zum Fi­nanz­sys­tem – und so­mit auch nicht zu klei­nen Dar­le­hen, um ei­ge­ne Pro­jek­te um­zu­set­zen. MFI ver­ge­ben da­her tra­di­tio­nell Kleinst­kre­di­te (meist ei­ni­ge Hun­dert Eu­ro) zur Um­set­zung von Ge­schäfts­ide­en an Men­schen, die bei „nor­ma­len“Ban­ken als „nicht kre­dit­wür­dig“ein­stuft wer­den wür­den. Da sich die MFI sel­ber fi­nan­zie­ren müs­sen, ist der Ar­beits­auf­wand pro Dar­le­hen enorm.

Der be­gehr­te Preis steht je­des Jahr un­ter ei­nem an­de­ren The­ma. Bei den ver­gan­ge­nen Auf­la­gen be­lohn­te er In­sti­tu­tio­nen für gu­te Ide­en in Be­rei­chen wie Um­welt oder Nah­rungs­mit­tel­si­cher­heit, Haus­bau- oder Bil­dungs­fi­nan­zie­rung. Mit der Auf­merk­sam­keit, die die be­han­del­te The­ma­tik und die Lö­sung des Preis­trä­gers hier­durch er­hal­ten, sol­len welt­weit Men­schen zum Nach­ah­men er­mu­tigt wer­den.

Der gro­ße Ge­win­ner un­ter den drei Lau­rea­ten ist Ad­vans aus der El­fen­bein­küs­te. Der Geld­preis sei für die Aus­ge­zeich­ne­ten der un­we­sent­lichs­te Aspekt des Gan­zen, so Chris­toph Pausch von der „Eu­ro­pean Mi­cro­fi­nan­ce Plat­form“(e-MFP). „Das Wich­tigs­te ist die Auf­merk­sam­keit. Sie kann neue In­ves­to­ren an­zie­hen.“

Or­ga­ni­siert wird die Ver­an­stal­tung von der e-MFP, dem lu­xem­bur­gi­schen Au­ßen­mi­nis­te­ri­um und dem „In­clu­si­ve Fi­nan­ce Net­work Lu­xem­bourg“(InFi­ne). Die Eu­ro­päi­sche In­ves­ti­ti­ons­bank (EIB) stell­te, wie schon in den Vor­jah­ren, ih­re Rä­um­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung. Den Geld­preis stif­tet das lu­xem­bur­gi­sche Ko­ope­ra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um.

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