„Ge­mein­sam mit den Ver­ei­nen“

STÉ­PHA­NIE EM­PAIN Die vor­aus­sicht­lich neue FLA-Prä­si­den­tin im Ge­spräch

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport - Ma­rie-Pau­le Tho­ma

Es könn­te Sté­pha­nie Em­pains Wo­che wer­den. In den kom­men­den Ta­gen wird die Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin wahr­schein­lich of­fi­zi­ell für Clau­de Tur­mes in die Cham­ber nach­rü­cken. Mor­gen wird sie dann vor­aus­sicht­lich zur ers­ten Frau an der Spit­ze des na­tio­na­len Leicht­ath­le­ti­kver­ban­des FLA gewählt. Die 35-Jäh­ri­ge tritt die Nach­fol­ge von Clau­de Haa­gen an, der nach acht­jäh­ri­ger Prä­si­dent­schaft beim Kon­gress in Die­kirch zu­rück­tre­ten wird. Sté­pha­nie Em­pain war selbst Leicht­ath­le­tin beim CA und CS Lu­xem­burg. Bis zu ih­rem 19. Le­bens­jahr war sie vor al­lem in den Sprint­dis­zi­pli­nen zu Hau­se. Aus der ehe­ma­li­gen Ath­le­tin ist mitt­ler­wei­le ei­ne viel be­schäf­tig­te Mut­ter von zwei Kin­dern ge­wor­den. Em­pain stu­dier­te Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten, war bei den ver­gan­ge­nen Na­tio­nal­wah­len die weib­li­che Spit­zen­kan­di­da­tin der Grü­nen im Nord­be­zirk und führt ein öko­lo­gi­sches Ge­schäft in Nie­der­pal­len. Das Ta­ge­blatt sprach mit der am­bi­tio­nier­ten Frau über ih­re Zie­le an der Spit­ze der FLA.

Ta­ge­blatt: Sie wa­ren selbst Leicht­ath­le­tin, so­dass ih­re neue Auf­ga­be kein Buch mit sie­ben Sie­geln ist.

Sté­pha­nie Em­pain: Ich ha­be be­reits mit sechs Jah­ren mit der Leicht­ath­le­tik an­ge­fan­gen. Ich wohn­te da­mals in der Haupt­stadt, als der CA Lu­xem­burg in den Schu­len Wer­bung für den Ver­ein mach­te. Das hat mir auf An­hieb ge­fal­len. Spä­ter hat mir die Teil­nah­me am Chal­len­ge Ta­ge­blatt stets sehr viel Spaß ge­macht. Ich ha­be so­gar ei­ne Me­dail­le ge­won­nen. Die­ses Er­folgs­er­leb­nis hat mich mo­ti­viert, mehr zu trai­nie­ren. Mei­ne bes­te Zeit hat­te ich als 16Jäh­ri­ge. Drei Jah­re spä­ter ha­be ich je­doch mit der Leicht­ath­le­tik auf­ge­hört, da mein Stu­di­um in Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten für mich Prio­ri­tät hat­te.

Sie ent­de­cken nun die Leicht­ath­le­tik wie­der. Wie er­le­ben Sie die­se Wie­der­kehr zu Ih­rem frü­he­ren Sport?

Nach all den Jah­ren stel­le ich fest, dass noch im­mer Leu­te ak­tiv sind, die mir frü­her in mei­ner Sport­kar­rie­re ge­hol­fen ha­ben. Ich freue mich, die­sen Kon­takt wie­der auf­neh­men zu kön­nen.

Wie sieht Ihr Pro­gramm für die Lei­tung des Leicht­ath­le­ti­kver­ban­des aus?

Ich möch­te neue Im­pul­se ge­ben. Man muss nach neu­en We­gen su­chen, um die Leicht­ath­le­tik vor­wärts­zu­brin­gen. Die Ath­le­ten müs­sen bes­tens un­ter­stützt wer­den. Das al­les kann man nur ge­mein­sam schaf­fen. Der Ver­band soll­te ge­mein­sam mit den Ver­ei­nen nach Ver­bes­se­run­gen su­chen.

Sie wol­len al­so die Ver­ei­ne mehr in die Ver­ant­wor­tung neh­men, um die Leicht­ath­le­tik zu mo­der­ni­sie­ren?

Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Ver­ei­nen muss ver­bes­sert wer­den. Ich will mich bei den Klubs in­for­mie­ren, wel­che Po­li­tik sie von mir er­war­ten. Nach mei­nem Ent­schluss, mei­ne Kan­di­da­tur für den Prä­si­den­ten-Pos­ten zu stel­len, war die Zeit zu knapp, um ein kon­kre­tes Pro­gramm mit ih­nen zu­sam­men auf­zu­stel­len. Ich möch­te auch mit neu­en jun­gen Men­schen neue We­ge be­schrei­ten.

Wie zum Bei­spiel die bei­den frü­he­ren Leicht­ath­le­tin­nen Chan­tal Hay­en und Tif­fa­ny Ts­hilum­ba, die ih­re Kan­di­da­tur für ei­nen Pos­ten im Vor­stand ge­stellt ha­ben?

Ja, ge­nau. Ich freue mich dar­über, dass die­se bei­den Frau­en ge­willt sind, mit mir zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Der Ver­band muss neue Stra­te­gi­en ent­wer­fen. Lang­fris­ti­ge Neue­run­gen sol­len ein­ge­lei­tet wer­den, des­halb müs­sen auch neue Mit­ar­bei­ter ins Boot ge­nom­men wer­den. Ich will den Ver­ei­nen kein Pro­gramm vor die Na­se set­zen, son­dern dis­ku­tie­ren, wie die Leicht­ath­le­tik am bes­ten wei­ter­kommt. Beim Kon­gress 2019 soll dann ein kon­kre­tes Er­neue­rungs­pro­gramm vor­ge­stellt wer­den.

Sie sind Ge­schäfts­frau, bald Ab­ge­ord­ne­te und FLA-Prä­si­den­tin und Mut­ter von zwei Kin­dern. Wie brin­gen Sie all die­se Ak­ti­vi­tä­ten un­ter ei­nen Hut?

Es wird wahr­schein­lich sehr schwie­rig wer­den, dies zu tun. Ich er­wä­ge, mein Ge­schäft, das ich in Nie­der­pal­len lei­te, auf­zu­ge­ben. Es fällt mir zwar schwer, dies zu tun, denn es be­steht ei­ne gro­ße Nach­fra­ge für öko­lo­gi­sche Woll­win­deln, die man wa­schen kann. Vor al­lem darf bei mei­nen neu­en Ak­ti­vi­tä­ten die Fa­mi­lie nicht zu kurz kom­men. Die Kin­der sol­len auch et­was von ih­rer Mut­ter ha­ben.

(Fo­to: Edit­press/ Ju­li­en Gar­roy)

Sté­pha­nie Em­pain ist ei­ne viel be­schäf­tig­te Frau

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.