Kein „Wei­ter so“mit AKK

KOM­MEN­TAR Neue CDU-Vor­sit­zen­de

Tageblatt (Luxembourg) - - Opinion - Eric Rings er­[email protected]­ge­blatt.lu

Ei­ne Saar­län­de­rin ist nun CDUVor­sit­zen­de. Da­mit reiht sich An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, kurz AKK, in die Rei­he gro­ßer Na­men wie Ade­nau­er, Kohl und Mer­kel ein. Die Kanz­le­rin hat AKK auf­ge­baut. Be­deu­tet das Wah­l­er­geb­nis dem­nach ein „Wei­ter so“bei der CDU? Nicht un­be­dingt. Denn Kramp-Kar­ren­bau­er hat sich bei be­stimm­ten The­men ge­schickt von Mer­kel dis­tan­ziert. So lehnt sie bei­spiels­wei­se die Ho­mo­ehe ka­te­go­risch ab. Im

Jahr 2018 ei­gent­lich ein Skan­dal. Da­mit gibt sie sich aber ein kla­res kon­ser­va­ti­ves Pro­fil. Und den ger­ne in brau­nen Ge­wäs­sern fi­schen­den Horst See­ho­fer hat sie aus­ge­rech­net beim The­ma Mi­gra­ti­on über­trumpft, als sie mein­te, dass man Flücht­lin­ge doch durch­aus nach Sy­ri­en zu­rück­schi­cken soll­te.

Den­noch ist AKK so­zia­ler als ihr neo­li­be­ra­ler Kon­kur­rent Fried­rich Merz, ge­gen den sie sich nur knapp durch­set­zen konn­te. Und sie ist er­fah­re­ner als der 38-jäh­ri­ge Jens Spahn. Die Wahl Kramp-Kar­ren­bau­ers für den so wich­ti­gen Pos­ten scheint al­so sehr kon­sens­ori­en­tiert ge­we­sen zu sein. Ein biss­chen Mer­kel, ei­ne Pri­se See­ho­fer, noch we­ni­ger Merz und fast kein Spahn.

AKK könn­te al­so für ei­ne „Er­neue­rung“im kon­ser­va­ti­ven Sin­ne ste­hen. Im­mer noch Mit­te, aber eben kon­ser­va­ti­ver. Die Li­nie von Merz oder Spahn war da­ge­gen zu hart, zu ra­di­kal. In Zei­ten ei­ner von rechts dro­hen­den Ge­fahr na­mens AfD scheint sich die CDU durch die Wahl der Saar­län­de­rin am bes­ten ge­wapp­net zu se­hen.

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