Mehr­heit und Co­del­lo für Escher Haus­halts­ent­wurf

GE­MEIN­DE­RAT Mehr­heit und Co­del­lo neh­men Haus­halts­ent­wurf 2019 an

Tageblatt (Luxembourg) - - Lëtzebuerg Den Iwwerbléck - Luc La­boul­le

Der Haus­halts­ent­wurf 2019 der Stadt Esch ist durch. In der letz­ten der drei Bud­get­sit­zun­gen wur­de das Pa­pier ges­tern mehr­heit­lich vom Ge­mein­de­rat an­ge­nom­men. Auch län­ger­fris­ti­ge Vi­sio­nen wie die Schaf­fung ei­nes Kul­tur­zen­trums mit Ver­eins­haus und Bi­b­lio­thek so­wie die Neu­ent­wick­lung des ERA-Frei­bads ka­men da­bei zur Spra­che. Über das Ide­en­sta­di­um sind die­se Pro­jek­te aber lei­der noch nicht hin­aus. Der kor­ri­gier­te Haus­halt 2018 und die Bud­get­vor­la­ge 2019 wur­den ges­tern von den Mehr­heits­par­tei­en CSV, „déi gréng“und DP im Ge­mein­de­rat durch­ge­setzt. Der un­ab­hän­gi­ge Rat Dan Co­del­lo schloss sich der Ko­ali­ti­on bei der Ab­stim­mung an. Die Op­po­si­ti­ons­par­tei­en LSAP und „déi Lénk“stimm­ten da­ge­gen, was we­gen der hef­ti­gen Kri­tik, die sie am Mon­tag an der Haus­halts­vor­la­ge üb­ten (sie­he Ta­ge­blatt vom 4. De­zem­ber), auch nicht wei­ter ver­wun­der­te.

Da half es auch nichts, dass der Schöf­fen­rat vor der Ab­stim­mung sei­ne Pro­jek­te mit mehr oder we­ni­ger stich­hal­ti­gen Ar­gu­men­ten ver­tei­dig­te.

Nach der Kri­tik der LSAP-Rä­tin Ve­ra Spautz am Mon­tag re­la­ti­vier­te CSV-Bür­ger­meis­ter Mi­scho sei­ne Aus­sa­ge der „Ca­deaux em­poi­son­nés“, die die neue von der al­ten Mehr­heit ge­erbt ha­be, und be­ton­te, die­se Pro­jek­te sei­en nicht in­fra­ge ge­stellt . Mit der Re­no­vie­rung des na­tio­na­len Re­sis­tenz­mu­se­ums wer­de An­fang 2019 be­gon­nen, der Ab­schluss der Ar­bei­ten sei für En­de 2021 ge­plant. Zur Um­set­zung der di­rek­ten Fuß­gän­ger- und Fahr­rad­ver­bin­dung zwi­schen Bel­val und dem Stadt­zen­trum ha­be die Stadt mit der Ago­ra ei­nen Ver­bün­de­ten ge­fun­den. Ei­ne Un­ter­re­dung mit dem In­fra­struk­tur­mi­nis­ter sei für En­de De­zem­ber ge­plant.

18 Mil­lio­nen für den Kli­ma­schutz

Der Teil­be­bau­ungs­plan für die neue Sport­hal­le im „Parc Lan­kelz“sei vom In­nen­mi­nis­ter ge­neh­migt wor­den und wer­de dem Ge­mein­de­rat in der nächs­ten Sit­zung am 11. Ja­nu­ar 2019 zur Ab­stim­mung vor­ge­legt. Da­nach könn­ten die Bau­ar­bei­ten be­gin­nen, die En­de 2021 ab­ge­schlos­sen sein sol­len. Im „Wahl­kampf­bud­get 2017“sei­en aber vie­le die­ser Pro­jek­te mit nied­ri­gen Be­trä­gen ein­ge­tra­gen ge­we­sen, des­halb sei die Um­set­zungs­ra­te von 59 Pro­zent im ab­ge­lau­fe­nen Jahr so nied­rig ge­we­sen, mein­te Ge­or­ges Mi­scho. Den Vor­wurf der Op­po­si­ti­on, die neue Mehr­heit ha­be kei­ne Zu­kunfts­vi­sio­nen für Esch, wies der Bür­ger­meis­ter zu­rück. Mit der Re­no­vie­rung der Lal­lin­ger Sport­hal­le, dem Spiel­platz im Clair-Chê­neVier­tel, dem Aus­bau der Ba­de­an­stalt und der Re­no­vie­rung der „Mai­son Mous­set“ha­be der Schöf­fen­rat durch­aus ei­ge­ne Pro­jek­te vor­zu­wei­sen.

Der Ers­te Schöf­fe Mar­tin Kox („déi gréng“) be­ton­te sei­ner­seits, dass im Haus­halts­ent­wurf über 18 Mil­lio­nen Eu­ro auf di­rek­tem oder in­di­rek­tem Weg in den Kli­ma­schutz ein­flie­ßen wür­den. Die In­ves­ti­tio­nen in die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung von Ge­bäu­den, in en­er­gie­spa­ren­de Be­leuch­tung oder in Elek­tro­au­tos sei­en nur ei­ni­ge Bei­spie­le. Stolz ist Kox auch auf die ge­plan­te Um­wand­lung des „Bridder­haus“in ei­ne Künst­ler­re­si­denz, die in Zu­sam­men­ar­beit mit der Kul­tur­fa­brik vor­an­ge­trie­ben wer­den soll. Die ers­ten Plä­ne sol­len schon in zwei Wo­chen vor­lie­gen. Im Rah­men der „Ges­ti­on lo­ca­ti­ve so­cia­le“soll künf­tig ei­ne Struk­tur mit so­zia­len Miet­woh­nun­gen ne­ben der „Mai­son Schweit­zer“im Viertel „Dell­héicht“ent­ste­hen, sag­te Kox. Die Grün­dung ei­ner kom­mu­na­len Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft wer­de noch ge­prüft. Ne­ben dem kreis­lauf­wirt­schaft­li­chen Vor­zei­ge­pro­jekt BENU soll ein ähn­li­ches Vor­ha­ben in ei­ner al­ten Schrei­ne­rei am Bou­le­vard Ber­wart um­ge­setzt wer­den.

Sei­ne Vi­si­on sei die ei­ner um­welt­scho­nen­den, nach­hal­ti­gen Stadt­ent­wick­lung mit So­zi­al­woh­nun­gen, Grün­flä­chen und ei­nem blü­hen­den Ein­zel­han­del, mein­te Kox.

CSV-Schöf­fe An­dré Zwal­ly ver­tei­dig­te die 61 Neu­ein­stel­lun­gen des ver­gan­ge­nen Jah­res und kün­dig­te ei­ne Auf­wer­tung der „Agents de net­toya­ge“an. Die Idee von Marc Baum („déi Lénk“), nach der „Bu­vet­te“in der Sport­hal­le und dem Baum­haus­ca­fé künf­tig auch das Bis­tro im Stadt­thea­ter in Ei­gen­re­gie zu be­trei­ben, kön­ne durch­aus in Be­tracht ge­zo­gen wer­den. Für das Viertel „Uecht“sei die Ge­mein­de da­bei, ei­ne Stu­die zur Än­de­rung der Ver­kehrs­füh­rung und zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung aus­zu­ar­bei­ten, so Zwal­ly.

Kul­tur­zen­trum mit Ver­eins­haus

Die Schaf­fung ei­nes Kul­tur­zen­trums samt Ver­eins­haus und Bi­b­lio­thek kün­dig­te Kul­tur­schöf­fe Pim Kn­aff (DP) an. Wei­te­re De­tails feh­len aber noch. Im Be­reich der Wirt­schafts­för­de­rung soll ei­ne Ein­zel­han­dels­stu­die die Be­dürf­nis­se der Kun­den und Ge­schäfts­leu­te er­mit­teln. Im Rah­men des grenz­über­schrei­ten­den Gre­mi­ums GECT Al­zet­te wer­de an der Wie­der­auf­wer­tung des ehe­ma­li­gen ERA-Frei­bads ge­ar­bei­tet, sag­te Kn­aff. Für die Ver­tei­lung von öf­fent­li­chen Zu­schüs­sen an Kul­tur­ver­ei­ne wer­de die Stadt Esch Kri­te­ri­en auf­stel­len, nach de­nen ak­ti­ve Ver­ei­ne be­vor­teilt wer­den sol­len, so Kn­aff.

Schul­schöf­fin Man­dy Ra­gni („déi gréng“) be­ton­te, dass 2,3 Mil­lio­nen Eu­ro für die Re­no­vie­rung von Schu­len und Be­treu­ungs­struk­tu­ren im Haus­halt 2019 vor­ge­se­hen sei­en. Die ers­te Re­no­vie­rungs­pha­se der BrouchSchu­le neh­me schon al­lei­ne 2 Mil­lio­nen Eu­ro in An­spruch.

Grup­pen­bild des Ge­mein­de­rats mit Jeff Dax, doch oh­ne Marc Baum („déi Lénk“), der sich die Sit­zung wäh­rend sei­nes Auf­ent­halts in Ber­lin an­geb­lich on­li­ne im Li­ve-Stream an­ge­se­hen hat. Seit et­was mehr als drei Wo­chen wer­den die Ge­mein­de­rats­sit­zun­gen auch in Echt­zeit auf dem Fern­seh­sen­der Esch.tv über­tra­gen.

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