Die Kraft und Weis­heit al­ter Bäu­me

QUERGELESEN Re­né Oth über hei­li­ge Hai­ne und ein­zeln ste­hen­de Waldrie­sen im Mit­tel­punkt herr­li­cher Wand­ka­len­der

Tageblatt (Luxembourg) - - Magazin -

Je­den Herbst mit dem Blatt­ver­lust schei­nen die Bäu­me zu ster­ben, aber je­des Früh­jahr wer­den sie wie­der­ge­bo­ren. Da sie auf die­se Wei­se ur­alt wer­den, ver­wirk­li­chen sie wohl ein we­nig un­se­re Sehn­sucht nach Uns­terb­lich­keit. Seit un­se­re Ah­nen aus Äs­ten ih­ren Un­ter­schlupf ge­baut, auf ge­sam­mel­ten Zwei­gen ihr Es­sen ge­kocht und aus Blät­tern Heil­mit­tel ge­won­nen ha­ben, hat der Mensch zu al­len Zei­ten die Ge­gen­wart der Bäu­me ge­sucht. Wenn er im Wald spa­zie­ren geht und sich emo­ti­onal in sei­ne na­tür­li­che Um­welt ein­zu­klin­ken ver­steht, wird er sich eng mit den Bäu­men ver­bun­den füh­len und an ih­rer Ei­gen­dy­na­mik teil­ha­ben.

Fas­zi­nie­ren­de Him­mel­stür­mer

Be­tag­te Ge­höl­ze mit ei­ner fas­zi­nie­ren­den Au­ra, ge­formt und be­seelt von den Er­eig­nis­sen der Jahr­hun­der­te, kom­men in den glän­zen­den Ka­len­dern „Bäu­me

2019“(1) und „Ma­gi­sche Bäu­me 2019“(2) voll zum Tra­gen und er­fül­len je­den Be­trach­ter mit Ehr­furcht und Be­wun­de­rung,

Wie ar­ten­reich und for­men­froh Bäu­me als un­ver­wech­sel­ba­re In­di­vi­du­en sind, die sich ma­jes­tä­tisch und mit al­len Va­ri­an­ten ge-

seg­net von ih­rer Um­welt ab­he­ben, ver­deut­li­chen je­weils zwölf ausgewählte Mus­ter­bei­spie­le auf den ein­zel­nen Ka­len­der­blät­tern, die im­mer wie­der mit atem­be­rau­ben­den Bil­dern von schie­rer Schön­heit und wah­rer Pracht über­ra­schen und da­bei die See­le der ab­ge­bil­de­ten Wald­we­sen zu ih­ren Be­trach­tern nach Hau­se brin­gen.

Der Jahr­wei­ser „Vom Zau­ber

al­ter Bäu­me 2019“(3) zeich­net sich durch die Be­son­der­heit der Hand­ko­lo­rie­rung von Schwarz-Weiß-Auf­nah­men aus, ei­ner vom Fo­to­gra­fen Heinz

Woh­ner be­herrsch­ten Tech­nik aus der Früh­zeit der Fo­to­gra­fie. Da­bei wer­den Schwarz-Wei­ßBil­der in al­len Ein­zel­hei­ten sorg­fäl­tig und prä­zi­se mit Ei­weiß­la­sur­far­ben und fei­nem Pin­sel auf­wen­dig von Hand ko­lo­riert, was über das fo­to­gra­fi­sche Ab­bild hin­aus zu ei­ner fei­nen per­sön­li­chen In­ter­pre­ta­ti­on des Ge­se­he­nen führt und je­des Fo­to der zwölf ver­wit­ter­ten und stein­al­ten Baum­rie­sen in ih­rer gan­zen Ehr­wür­dig­keit und Im­po­sanz zum kunst­vol­len Uni­kat wer­den lässt.

Im tau­fri­schen Wand­ka­len­der „Die Pracht des Wal­des, Deutsch­lands schöns­te Wäl­der 2019“(4) war­tet Frank Krah­mer mit ro­man­tisch ver­klär­ten Fo­tos auf, auf de­nen man sich mit­ten im Forst von ei­ner dy­na­mi­schen und in­tel­li­gen­ten Be­wusst­sein­s­kraft um­ge­ben fühlt, die ei­nem gro­ße Ehr­furcht ein­flößt. Es ist, als ob al­les um ei­nen her­um den Atem an­hält und die Blät­ter an den Bäu­men re­gungs­los ver­har­ren, um die Schön­heit und Wahr­haf­tig­keit die­ses Au­gen­blicks nicht zu stö­ren.

Ma­le­ri­sche Baum­land­schaf­ten

Be­ein­dru­cken­de al­te Bäu­me ent­lang ein­la­den­der Baum­stra­ßen bil­den das Herz­stück des neu­en Bild­ka­len­ders „Bäu­meAl­le­en 2019“(5), der mit über­wäl­ti­gen­den Na­tur­fo­to­gra­fi­en in groß­for­ma­ti­gen Re­pro­duk­tio­nen von höchs­ter Qua­li­tät auf­war­tet. Der Be­trach­ter er­lebt die wun­der­ba­re Welt der Bäu­me in un­ter­schied­li­chen Län­dern, wie Deutsch­land, Westaus­tra­li­en, Groß­bri­tan­ni­en und Ita­li­en, aus im­mer neu­en Per­spek­ti­ven und im Wech­sel der Jah­res­zei­ten.

Der Fo­to­graf Ja­n­ek Sed­lar ent­führt mit sei­nen ver­träum­ten Bil­dern auf „Mys­ti­sche Wald­we­ge“(6), die von lich­tem Ne­bel um­wa­bert und von ge­bro­che­nen Son­nen­strah­len durch­flu­tet wer­den. Mit sei­nen Ru­he aus­strah­len­den Auf­nah­men lässt er den Be­trach­ter, der sich wie in ei­nen Traum ein­ge­taucht fühlt, je­den Mo­nat neu an ma­gi­schen Wald­stim­mun­gen teil­neh­men Auf ei­nen at­mo­sphä­ri­schen

„Wald­spa­zier­gang“(7) nimmt uns der nie­der­län­di­sche Fo­to­graf

Lars van de Goor mit, der auf un­nach­ahm­li­che Wei­se ge­heim­nis­vol­le Mo­men­te auf Wald­we­gen, am Wald­rand und un­ter Bäu­men her­auf­be­schwört und so den Be­ob­ach­ter in ein zau­ber­haf­tes Na­tur­uni­ver­sum ein­tunkt.

Schö­ne grü­ne

Tro­pen­welt

Die Er­hal­tung der Tro­pen­wäl­der ist nicht nur für die ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung, son­dern auch für die Be­wah­rung der Ar­ten­viel­falt und für die glo­ba­le Kli­ma­bi­lanz von ent­schei­den­der Be­deu­tung. Da­für steht der schon seit über zwan­zig Jah­ren in un­un­ter­bro­che­ner Fol­ge er­schei­nen­de Ka­len­der „Re­gen­wald 2019“

(8) ein, auf des­sen Bil­dern die Tro­pen­wäl­der sich als Schatz­kam­mern der Er­de ent­pup­pen, in de­nen rund sieb­zig Pro­zent al­ler Tie­re und Pflan­zen le­ben, ca. 30 Mil­lio­nen Ar­ten, und in de­nen vie­le un­be­kann­te Nah­rungs- und Heil­pflan­zen noch auf ih­re Ent­de­ckung war­ten.

Dunk­le Dschun­gel­höl­le und zu­gleich fas­zi­nie­ren­des El­do­ra­do aus Far­ben, For­men, Ge­rü­chen und Ge­räu­schen – so kommt der Re­gen­wald in die­sem groß­for­ma­ti­gen Jahr­wei­ser her­über, nicht nur als wirk­sams­ter CO2-Spei­cher der Er­de, son­dern auch als ent­schei­den­der Fak­tor für die glo­ba­len Was­ser­kreis­läu­fe.

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