Mut­ter von Eis­bär Knut be­kommt wie­der Nach­wuchs

BER­LI­NER ZOO Zwei Mal hat­te sie schon Pech: Ih­re Ba­bys star­ben kurz nach der Ge­burt. Nun ist Eis­bä­rin Ton­ja er­neut Mut­ter ge­wor­den. Und so­fort den­ken al­le wie­der an Knut.

Tageblatt (Luxembourg) - - Magazin -

Die Bil­der sind herz­er­wei­chend: Die frisch­ge­ba­cke­ne Eis­bä­ren­ma­ma Ton­ja liegt in ih­rer Wurf­höh­le auf dem Rü­cken, auf ihr bäuch­lings und breit­bei­nig ihr Neu­ge­bo­re­nes. Der Ber­li­ner Tier­park hat am 3. De­zem­ber die Ge­burt des nun­mehr drit­ten Wurfs von Ton­ja be­kannt ge­ge­ben und Bil­der ver­öf­fent­licht. Sie zei­gen, wie die Mut­ter mit ih­rem Mi­ni­bä­ren ku­schelt und die­sen mit ih­rem Fell wärmt. Die Wurf­höh­le als Wo­chen­bett, in dem sich Mut­ter und Kind ken­nen­ler­nen kön­nen.

Das Jun­ge wur­de am 1. De­zem­ber um 2.33 Uhr ge­bo­ren. Dank neu­er Ka­me­ra­tech­nik ha­be Eis­bä­ren-Ku­ra­tor Flo­ri­an Sicks von zu Hau­se aus die Wurf­höh­le über­wa­chen und als Ers­ter den Nach­wuchs ent­de­cken kön­nen, teil­te ei­ne Tier­park-Spre­che­rin mit. Ob es ein Jun­ge oder Mäd­chen ist, weiß man im Tier­park noch nicht.

Spä­tes­tens nach et­wa acht Wo­chen, bei der Imp­fung und ers­ten Kon­takt­auf­nah­me, sei es mög­lich, das Ge­schlecht des klei­nen Eis­bä­ren si­cher zu be­stim­men. Auch ei­nen Na­men ha­be das Tier da­her noch nicht. „Wenn sich das Jung­tier güns­tig dreht, kön­nen wir durch die Vi­deo­auf­nah­men vor­her viel­leicht so­gar schon ei­ne Ver­mu­tung äu­ßern“, er­gänzt Sicks. Ei­nen Na­men ha­be das Tier da­her noch nicht.

In die Freu­de mischt sich aber auch Be­sorg­nis. „Uns ha­ben die Er­fah­run­gen der letz­ten bei­den Jah­re noch­mal klar­ge­macht, wie schnell solch ein Glück vor­bei sein kann. In den ers­ten zehn Ta­gen ist die Sterb­lich­keit be­son­ders hoch, den­noch sind wir sehr zu­ver­sicht­lich und drü­cken al­le die Dau­men“, er­klär­te Zoo- und Tier­park­di­rek­tor Andre­as Knie­riem.

Im Früh­jahr ha­be sich Ton­ja mit ih­rem Part­ner Wo­lod­ja ge­paart und seit­dem um mehr als 100 Ki­lo zu­ge­legt – nun wie­ge sie statt­li­che 390 Ki­lo. Die­ses Fett­pols­ter sei wich­tig, da­mit sich ei­ne Ei­zel­le ein­nis­ten kön­ne und die Eis­bä­rin für die Wo­chen in der Wurf­höh­le ge­rüs­tet sei, er­läu­ter­te Sicks. „Es gibt aber kei­nen Schwan­ger­schafts­test für Eis­bä­ren“, er­gänz­te er. Ei­ne Ge­burt blieb für den Tier­park des­halb wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ei­ne Über­ra­schung.

Zwei­mal hat­te die lie­be­vol­le Eis­bä­ren­mut­ter Ton­ja schon Pech. Ihr nied­li­ches ers­tes Jun­ges – Fritz – starb 2017 mit vier Mo­na­ten un­er­war­tet an ei­ner Le­ber­ent­zün­dung, de­ren Ur­sa­che bis heu­te un­ge­klärt ist. Ein weib­li­ches Jung­tier aus ei­nem neu­en Wurf ver­en­de­te An­fang 2018 in­fol­ge ei­ner Lun­gen­ent­zün­dung und wur­de kaum ei­nen Mo­nat alt.

Der Tier­park setzt be­wusst auf Ge­bur­ten oh­ne mensch­li­che Hil­fe. Auch da­nach soll sich für ein paar Wo­chen nie­mand ein­mi­schen. Ei­ne Auf­zucht mit der Fla­sche wie bei Ber­lins be­rühm­ten Eis­bär Knut im Ber­li­ner Zoo, der 2011 mit vier Jah­ren an ei­ner Ge­hirn­ent­zün­dung starb, wird es al­so auch im Not­fall nicht ge­ben.

(dpa)

Sor­ge um Eis­bärba­by

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