Kos­ten­lo­se Zug­fahrt ers­ter Klas­se

CFL UND JU­GEND­LI­CHE In ei­ner mi­nis­te­ri­el­len Ver­ord­nung fehlt die Ka­te­go­rie

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Ro­bert Schnei­der

Noch ehe der kos­ten­lo­se öf­fent­li­che Trans­port für al­le um­ge­setzt wer­den soll, sorgt die be­reits ein­ge­führ­te Gra­tis-Nut­zung für Ju­gend­li­che bis 20 Jah­re für Ver­wir­rung in den CFL-Zü­gen.

Die letz­te Re­gie­rung, die sich par­tei­en­mä­ßig iden­tisch wie die ak­tu­el­le zu­sam­men­setz­te, hat den öf­fent­li­chen Trans­port für Ju­gend­li­che bis 20 Jah­re ge­büh­ren­frei ge­macht. Nun taucht in den CFL-Zü­gen ei­ne un­er­war­te­te Fol­ge die­ses Be­schlus­ses auf. Noch ist nicht ganz klar, wie die An­kün­di­gung der neu­en Re­gie­rung, den öf­fent­li­chen Trans­port für al­le gra­tis zu ge­stal­ten (so wie im Wahl­kampf ver­spro­chen und im Re­gie­rungs­pro­gramm fest­ge­schrie­ben) prak­tisch um­ge­setzt wer­den wird.

Zwar hat der zu­stän­di­ge Mi­nis­ter François Bausch dies­be­züg­lich ei­ne Pres­se­kon­fe­renz an­be­raumt, in der das Land ers­te De­tails zum kos­ten­lo­sen öf­fent­li­chen Ver­kehr er­fah­ren soll; zu­min­dest bei der Bahn ist man sich dem Ver­neh­men nach noch al­les an­de­re als klar dar­über, wie dies funk­tio­nie­ren soll. Ver­schie­de­nen Kan­di­da­ten, die sich um ei­nen Pos­ten als Kon­trol­leur be­wor­ben hat­ten, sei laut Ei­sen­bah­ner­ge­werk­schaft FNCTTFELLan­des­ver­band in­zwi­schen von der Per­so­nal­ver­wal­tung mit­ge­teilt wor­den, die­se Sor­te An­ge­stell­te wer­de künf­tig nicht mehr ge­braucht, wäh­rend François Bausch be­reits mit­ge­teilt hat, die 1. Klas­se bei der CFL wer­de bei­be­hal­ten – und die Zug­be­glei­ter hät­ten ja auch an­de­re Auf­ga­ben, et­wa si­cher­heits­re­le­van­te.

In­zwi­schen sorgt ein „Ar­rêté mi­nis­té­ri­el“von Ju­li 2018, das Ju­gend­li­chen bis 20 Jah­re die kos­ten­lo­se Be­nut­zung u.a. der CFLZü­ge erlaubt, für Ver­wir­rung und Un­si­cher­heit. In der Ver­ord­nung ist näm­lich nicht de­fi­niert, wel­che Klas­se die Be­trof­fe­nen nun gra­tis nut­zen kön­nen, und prompt ver­su­chen im­mer wie­der jun­ge Men­schen, in der at­trak­ti­ve­ren 1. Klas­se zu rei­sen.

Ob­wohl die Rechts­la­ge mehr als un­klar ist, wer­den sie eben­so re­gel­mä­ßig von den Schaff­nern „ge­be­ten“, sich doch in die 2. Klas­se zu be­ge­ben.

Auf un­se­re Nach­fra­ge zu even­tu­ell von der CFL ge­wünsch­ten po­li­ti­schen Nach­bes­se­run­gen an der Ver­ord­nung bei der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lung der Bahn, die nur recht zö­ger­lich und knapp ant­wor­te­te, hieß es la­pi­dar: „Wir ha­ben bei der In­ter­pre­ta­ti­on und der An­wen­dung des 'Ar­rêté mi­nis­té­ri­el' kei­ne Pro­ble­me“.

Die­se könn­ten al­ler­dings spä­tes­tens dann auf­tau­chen, wenn sich die Ju­gend­li­chen in grö­ße­rer Zahl über die Rechts­la­ge in­for­mie­ren bzw. wenn ers­te „Um­ge­setz­te“ihr Down­gra­ding an­fech­ten ...

Be­quem, ein­la­dend, sel­te­ner über­füllt: die 1. Klas­se der CFL

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