Die Lei­den­schaft für’s Tüf­teln

EX­PO CREA­TIV Ei­ne Mes­se, die Bast­ler-Her­zen hö­her­schla­gen lässt

Tageblatt (Luxembourg) - - Stad - Lau­ra To­mas­si­ni (Text), Isa­bel­la Fin­zi (Fotos)

Am Wo­che­n­en­de fand be­reits die sieb­te Auf­la­ge der Ex­po Crea­tiv in den Hal­len der Lu­x­ex­po The Box auf Kirch­berg statt. Rund 120 Aus­stel­ler aus dem Do-ityours­elf-Be­reich ga­ben ihr Wissen an Hob­by­bast­ler und an al­le, die sich ein­ar­bei­ten wol­len, wei­ter. Wenn die Re­gen­wol­ken tief hän­gen und die Ar­beit übers Wo­che­n­en­de Pau­se macht, dann ruft das So­fa – oder aber die Ba­s­tel­kis­te. Wer an den letz­ten drei Ta­gen nicht ein­fach nur rum­sit­zen und statt­des­sen et­was selbst ent­wer­fen woll­te, für den war die Ex­po Crea­tiv ge­nau das Rich­ti­ge. An über hun­dert Stän­den prä­sen­tier­ten Aus­stel­ler aus ganz Eu­ro­pa die neus­ten Trends des Do-it- yours­elf-Mark­tes und lie­ßen die Be­su­cher bei ih­ren Work­shops auch di­rekt Hand an­le­gen. „Die Ex­po ist nicht nur ei­ne rei­ne Ver­kaufs­mes­se, son­dern ein rich­ti­ges Mit­mach-Event“, er­klär­te der Ver­an­stal­ter des Bast­ler-Treffs.

Mit dem Fa­mi­li­en­be­trieb „OK Mes­sen“reist Mar­vin Ok­ken seit meh­re­ren Jah­ren quer durch Deutsch­land und hat mitt­ler­wei­le auch Lu­xem­burg mit dem Tüft­ler-Fie­ber an­ge­steckt. „Ich ha­be das Ge­fühl, die Leu­te wol­len wie­der weg von Mas­sen­pro­duk­ti­on, Com­pu­tern, Han­dys und Fern­se­hen. Sie wol­len sich hin­set­zen und selbst et­was bas­teln, et­was mit per­sön­li­chem Touch. Von da­her den­ke ich ha­ben wir ge­nau den Zahn der Zeit ge­trof­fen“, mein­te der 24-Jäh­ri­ge. Voll im Trend lag die­ses Jahr dann auch der neu ein­ge­führ­te Tor­ten­wett­be­werb. Ob Ama­teur-Bä­cker, Pro­fi oder ein­fach nur Le­cker­mäul­chen – beim Con­test durf­te je­der sei­ne haus­ei­ge­ne Krea­ti­on prä­sen­tie­ren. Ein Voll­tref­fer für die Or­ga­ni­sa­ti­on, denn die Show-Tor­ten stie­ßen be­son­ders bei den klei­nen Be­su­chern der Mes­se auf An­hieb auf Be­geis­te­rung. Ne­ben dem Su­per­jh­emp-De­sign mit dem „Rou­de Léiw“oben­drauf war vor al­lem der Nach­tisch in Form ei­nes Mär­chen­schlos­ses be­liebt – und das nicht nur bei Mäd­chen. Ein Stand, der die Klei­nen re­gel­recht ver­zau­ber­te, war je­ner mit der Num­mer D35. Bei „Zwa­net­te’s Sprook­jes Ate­lier“durf­te je­der mit­hil­fe von Mi­nia­tur-Fi­gu­ren sei­ne ganz ei­ge­ne Fe­en­welt kre­ieren und die­se am En­de auch mit nach Hau­se neh­men.

Neu­es Le­ben

Per­sön­li­ches High­light des Ver­an­stal­ters war al­ler­dings der Stand von St­ef­fi Ne­u­mann. Schon von wei­tem spran­gen die fei­nen Eta­ge­ren aus Groß­mut­ters Ge­schirr di­rekt ins Au­ge. „Ich ha­be ei­ne Lei­den­schaft für Por­zel­lan und sam­me­le im­mer Mas­sen von Ein­zel­tei­len bei Floh­märk­ten, die ich dann neu ver­ar­bei­te und wie­der hoch­wer­tig aus­se­hen las­se“, er­klär­te die Be­sit­ze­rin von „Mus­ter­gül­tig“.

Mit­hil­fe ih­res Dia­mant­boh­rers er­schafft die ge­lern­te De­si­gne­rin aus al­ten Tel­lern so neue Ta­bletts – und das nicht nur für ge­stan­de­ne Da­men. „Fast je­der hat zu Hau­se schö­nes Ge­schirr rum­lie­gen, das man viel­leicht ge­erbt hat und dem­ent­spre­chend an al­te Zei­ten er­in­nert. Die­se Din­ge ha­ben ei­nen ho­hen emo­tio­na­len Stel­len­wert, wer­den im All­tag aber kaum noch be­nutzt“, so St­ef­fi. Bei ihr wird die­sen Por­zel­lan­stü­cken wie­der neu­es Le­ben ein­ge­haucht. „Die Leu­te kön­nen sich von mei­ner Wand hier Tel­ler aus­su­chen und die­se dann nach Lust und Lau­ne 'mi­xen' oder aber auch ihr ei­ge­nes Ge­schirr mit­brin­gen. Ich zei­ge ih­nen dann, wie man ganz leicht selbst Lö­cher in die Tel­ler boh­ren kann“, er­klär­te die Künst­le­rin aus Deutsch­land.

Ei­nen Nost­al­gie-Kick gab es dann auch beim Stand von An­ge­li­ka und Walter Wet­zels. Seit 23 Jah­ren ent­wirft die ehe­ma­li­ge Ba­s­tel­la­den-Be­sit­ze­rin aus Bonn Ted­dy­bä­ren al­ler For­men und Grö­ßen – ganz ge­treu ih­res Mot­tos „Bei uns ist der Bär los“. Ih­re Krea­tio­nen gibt es als fer­ti­ge Stoff­tie­re zu kau­fen oder aber zum Sel­ber­ma­chen mit­hil­fe der Ba­s­tel­pa­ke­te von „Hob­by­dee“. Die­se ver­schickt das Paar in die gan­ze Welt, wie Walter Wet­zels ver­riet: „Wir ha­ben Kun­den in 21 Län­dern. Un­se­re Bä­ren spre­chen Fin­nisch, Ja­pa­nisch und vie­le an­de­re Spra­chen.“Was durch­aus ver­ständ­lich ist, denn un­ter den flau­schi­gen Tier­chen gibt es ech­te Hin­gu­cker. „Wir ha­ben ein paar rich­ti­ge Exo­ten wie Schlap­pi hier zum Bei­spiel. Er er­in­nert ein biss­chen an Alf und sieht et­was föhn­ex­plo­diert aus, aber die Leu­te lie­ben ihn, weil er so ent­spannt wirkt“, so Wet­zels. Mit 62 Jah­ren ist für sei­ne Frau dann auch noch lan­ge nicht Schluss und auch fürs kom­men­de Jahr plant das Bon­ner Duo, wie­der an der Ex­po Crea­tiv teil­zu­neh­men. Denn ob zu Hau­se oder im Aus­land – un­ter Gleich­ge­sinn­ten ist es für Bast­ler ein­fach im­mer am Schöns­ten.

Ex­tra­va­gan­te Hü­te lie­gen im Trend

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