Gren­zen der Re­so­zia­li­sie­rung

Costa Cálida Nachrichten - - Spanien -

Die Be­rech­ti­gung der re­vi­dier­ba­ren le­bens­lan­gen Haft ist in Spa­ni­en um­strit­ten. Der 21-jäh­ri­ge Patrick No­guei­ra könn­te der fünf­te Häft­ling sein, der sie seit der Ein­füh­rung im Ju­li 2015 an­tre­ten muss. Laut Ver­fas­sung ist das Voll­zugs­sys­tem ei­gent­lich auf Re­so­zia­li­sie­rung aus­ge­legt. Die re­vi­dier­ba­re le­bens­lan­ge Haft aber sieht Frei­heits­ent­zü­ge von 25 bis 35 Jah­ren und erst dann ei­ne an­schlie­ßen­de Über­prü­fung vor, ob ei­ne Wie­der­ein­glie­de­rung über­haupt mög­lich ist. Und bis da­hin hät­te No­guei­ra kei­nen An­spruch auf Haft­er­leich­te­run­gen.

Der Bra­si­lia­ner ist schul­dig ge­spro­chen wor­den, sei­nen On­kel, sei­ne Tan­te und de­ren drei und ein Jah­re al­te Kin­der vor­sätz­lich mit ei­nem Mes­ser um­ge­bracht und mit ei­ner Gar­ten­sche­re zer­stü­ckelt zu ha­ben. Die grau­sa­men De­tails schick­te er per Whatsapp an sei­nen Freund. Die Ver­tei­di­gung leg­te erst­mals in der spa­ni­schen Pro­zess­ge­schich­te ei­ne spe­zi­el­le PET-CTCom­pu­ter­to­mo­gra­fie vor. Ei­ne Ano­ma­lie in sei­nem Ge­hirn soll­te die ra­tio­nal un­fass­ba­re Tat er­klä­ren. Die Psy­cho­lo­gen der Ge­richts­me­di­zin hiel­ten ihn trotz sei­nes psy­cho­pa­thi­schen Pro­fils – Feh­len von Em­pa­thie, ma­ni­pu­la­ti­ver und ego­zen­tri­scher Cha­rak­ter – durch­aus für fä­hig, Gut und Bö­se zu un­ter­schei­den. Und sie schätz­ten das Ri­si­ko ei­ner Wie­der­ho­lung als „hoch“ein. (sk)

Fo­to: Pe­pe Za­mo­ra/EFE

Dem Psy­cho­pa­then Patrick No­guei­ra droht le­bens­lan­ge Haft­stra­fe.

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