Skan­dal im Su­pre­mo

Sán­chez wischt per De­kret Ur­teil des Obers­ten Ge­richts­hofs vom Tisch

Costa Cálida Nachrichten - - Wirtschaft -

Ma­drid – sk. Da­mit hat nie­mand ge­rech­net: Der Obers­te Ge­richts­hof hat nach zwei Sit­zungs­ta­gen und mit dün­ner Mehr­heit von 15:13 Rich­ter­stim­men ent­schie­den, dass Kun­den und nicht Ban­ken die Hy­po­the­ken­steu­er zah­len müs­sen. Das Ur­teil lös­te Em­pö­rung aus, die Mi­nis­ter­prä­si­dent Pe­dro Sán­chez (PSOE) ge­schickt mit ei­nem po­li­ti­schen Schlag auf den Tisch für sich ver­ein­nahm­te. So tritt am Frei­tag, 9. No­vem­ber, ein De­kret der Re­gie­rung in Kraft, das ab so­fort, aber oh­ne Rück­wir­kung, die Ban­ken in die Pflicht nimmt. „Wir wol­len, dass die Spa­nier nie wie­der die­se Steu­er be­zah­len und dass der Fi­nanz­sek­tor sie trägt.“

Da­mit sind erst­mal al­le bis auf die Kun­den fein raus, die be­reits Hy­po­the­ken ab­ge­schlos­sen und

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de­ren no­ta­ri­el­le Ab­si­che­rung für ih­re Ban­ken be­zahlt ha­ben. Denn nun ist ju­ris­tisch Klar­heit ge­schaf­fen. Die Ban­ken blei­ben von Rück­zah­lun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he ver­schont und ha­ben fort­an ei­nen ju­ris­ti­schen Rah­men. Nun kön­nen sie sich Ge­dan­ken dar­über ma­chen, wie sie in die­sem Re­gel­werk die Ab­ga­ben für die Hy­po­the­ken­steu­er auf ih­re künf­ti­gen Kun­den um­le­gen. Auf dem Spiel­feld bleibt nur der üb­li­che Dum­me zu­rück – es ist il­lu­so­risch zu glau­ben, dass Mi­nis­ter­prä­si­dent Sán­chez’ Ap­pel­le an „das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein des Fi­nanz­sek­tors“das Ge­gen­teil be­wir­ken könn­ten.

Aus wirt­schafts­po­li­ti­scher Sicht könn­te das De­kret sich auch als gro­ßer Wurf ent­pup­pen. Sán­chez kann sich zum Ver­tei­di­ger der In­ter­es­sen der Klein­an­le­ger auf­spie­len, an­statt im Wahl­jahr den Re­gio­nen er­klä­ren zu müs­sen, wie sie den Steu­er­aus­fall der be­reits in ei­ni­gen Haus­halts­ent­wür­fen ein­ge­plan­ten Ein­nah­men oder gar rück­wir­kend mög­li­che Zah­lun­gen an Hy­po­the­ken­kun­den fi­nan­zie­ren sol­len.

Schlecht steht der Obers­te Ge­richts­hof da. Als er sein ei­ge­nes Ur­teil zu­guns­ten der Kun­den erst wi­der­rief und dann ge­gen­tei­lig ent­schied, be­schä­dig­te er das ram­po­nier­te An­se­hen des Fi­nanz­sek­tors noch mehr. Und schlim­mer noch, er ver­stärk­te die Zwei­fel an der Un­ab­hän­gig­keit der Jus­tiz. Fa­tal, wenn man das vor dem Hin­ter­grund sieht, dass dort den ka­ta­la­ni­schen Se­pa­ra­tis­ten der Pro­zess ge­macht wird. Man wird sa­gen, ei­nen fai­ren be­kom­men sie nicht.

DOW JO­NES

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