„Es sind In­va­so­ren“

Acu­de schlägt vor, die Jagd zu li­be­ra­li­sie­ren und den Mäh­nen­schaf-Be­stand so zu kon­trol­lie­ren

Costa Cálida Nachrichten - - Thema Der Woche -

Mur­cia – sg. „Bei al­ler Tier­lie­be, das Mäh­nen­schaf ist ein In­va­sor, der Schä­den ver­ur­sa­chen kann und sich nicht un­kon­trol­liert ver­meh­ren darf“, stellt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do von der Ver­ei­ni­gung für Land­schafts­schutz und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in der Re­gi­on Mur­cia Acu­de (Aso­ci­a­ción pa­ra la Cus­to­dia del Ter­ri­to­rio y Des­ar­rol­lo Sos­teni­ble) klar.

„Der Mäh­nen­sprin­ger lebt erst seit 1970 in der Re­gi­on Mur­cia, und nicht wie das Cha­mä­le­on, die mau­ri­sche Land­schild­krö­te oder die Gins­ter­kat­ze seit Tau­sen­den von Jah­ren.“

Pla­ge Wild­schwein

Doch das In­ter­es­se der Jagd­ver­bän­de an dem Tier sei so groß, dass es we­der aus­ge­rot­tet noch sei­ne Be­stän­de re­du­ziert wer­den wür­den. „Das Mäh­nen­schaf ist Ge­schäft“, sagt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do. Ge­nau­so wie das hei­mi­sche Wild­schwein, das er als Pla­ge be­zeich­net. „Es rich­tet enor­me Schä­den im Öko­sys­tem an. Es frisst die Nes­ter von Land­schild­krö­ten, von Vö­geln, die am Bo­den brü­ten. Es frisst ein­fach al­les. Den­noch wird der Be­stand nicht ein­ge­dämmt, weil die Jagd auf Wild­schwei­ne Geld ein­bringt.“

Acu­de schlägt im Fall des Mäh­nen­sprin­gers ei­nen Kom­pro­miss vor. „In den Ge­bie­ten, in de­nen es Schä­den an­rich­tet, muss es aus­ge­rot­tet wer­den“, sagt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do. Er ha­be schon ein­mal ein Ex­em­plar be­ob­ach­tet, wie es sich mit sei­nen Vor­der­bei­nen an ei­nem Man­del­baum zu schaf­fen mach­te, um Früch­te ab­zu­schüt­teln, und da­bei den Stamm schä­dig­te. „In den üb­ri­gen Ge­bie­ten muss der Be­stand kon­trol­liert wer­den.“Und das soll nach An­sicht von Acu­de durch ei­ne Re­gu­lie­rung und Li­be­ra­li­sie­rung der Jagd ge­lin­gen.

„Die Lan­des­re­gie­rung ver­kauft Jagd­li­zen­zen für weit we­ni­ger als 1.000 oder 2.000 Eu­ro an Ver­bän­de, so dass sich mehr Leu­te das Ja­gen leis­ten kön­nen, nicht nur Pri­vi­le­gier­te. Die Ein­nah­men wer­den in die Er­hal­tung des Re­gio­nal­parks in­ves­tiert“. So kön­ne der Be­stand des Mäh­nen­schafs oh­ne gro­ßen Geld­auf­wand re­du­ziert und die Sier­ra Es­puña in­stand ge­hal­ten wer­den.

Bis­her wür­den vor al­lem Auf­se­her des Re­gio­nal­parks, die An­ge­stell­te im öf­fent­li­chen Di­enst sind, ein­ge­setzt wer­den, um Mäh­nen­sprin­ger ab­zu­schie­ßen. Sie grei­fen zum Ge­wehr, wenn die Po­pu­la­ti­on zu groß wird und zum Bei­spiel Krank­hei­ten dro­hen, wie 1992, als die Räu­de aus­brach und den Be­stand des Tie­res von 2.000 im Jahr 1991 auf ei­ni­ge hun­dert 1995 de­zi­mier­te.

„Die Auf­se­her wer­den von der Lan­des­re­gie­rung be­zahlt und kos­ten den Steu­er­zah­ler Geld“, gibt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do zu be­den­ken und er­in­nert ei­ne Rie­sen­ver­schwen­dung vor zwei Jah­ren.

„Bei ei­ner Groß­initia­ti­ve zur Re­du­zie­rung der Über­be­völ­ke­rung in der Sier­ra Es­puña wur­den über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum über 2.200 Mäh­nen­scha­fe ab­ge­schos­sen.“ Die Ka­da­ver wur­den in den Ber­gen lie­gen ge­las­sen mit dem Ar­gu­ment, dass sich die er­leg­ten Tie­re an un­zu­gäng­li­chen Stel­len be­fin­den wür­den. Sie sei­en ge­sund und wür­den kei­ne Krank­hei­ten über­tra­gen, hieß es wei­ter.

„Man kann sich vor­stel­len, dass An­woh­ner und Be­su­cher nicht be­geis­tert wa­ren“, sagt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do. „Was für ei­ne Ver­schwen­dung. Man hät­te das Fleisch un­ter­su­chen las­sen und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen spen­den kön­nen. Zu­min­dest hät­ten die Ka­da­ver auf Fut­ter­plät­ze für Greif­vö­gel wie St­ein­ad­ler, Gän­se­gei­er oder den stark be­droh­ten Schmutz­gei­er ge­bracht wer­den kön­nen.“Doch die to­ten Kör­per der Scha­fe ver­wes­ten un­ter Di­ckicht und Ge­strüpp.

„We­der Mensch noch Tier hat­ten et­was da­von“, sagt Juan Lu­is Cas­ta­ne­do. Zu­min­dest die Jä­ger schei­nen pro­fi­tiert zu ha­ben. Sie hat­ten die Köp­fe von den to­ten Kör­pern ab­ge­trennt, schließ­lich sind die be­gehr­ten Tro­phä­en Geld wert.

Die Ein­nah­men durch den Ver­kauf von Jagd­li­zen­zen wer­den wie­der in den Re­gio­nal­park in­ves­tiert

Fo­to: Juan Abad Mora­les/Acu­de

2017 ver­wes­ten 2.200 ab­ge­schos­se­ne Mäh­nen­schafka­da­ver in der Sier­ra Es­puña.

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