Kei­ne „bin La­dens“mehr

Zen­tral­bank zieht ab 27. Ja­nu­ar 500-Eu­ro-Schei­ne ein

Costa Cálida Nachrichten - - Wirtschaft -

Ma­drid – sk. Kaum et­was wuchs wäh­rend des Im­mo­bi­li­en­booms so stark an wie die Zahl der 500-Eu­ro-Schei­ne. 26 Pro­zent al­ler sich im Um­lauf be­fin­den­den 500er lan­de­ten in Spa­ni­en, 2016 mach­ten sie 75 Pro­zent der zir­ku­lie­ren­den Geld­men­ge aus. Vie­le steck­ten in den Ta­schen des or­ga­ni­sier­ten Ver­bre­chens, wes­halb die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank ab 27. Ja­nu­ar die in Spa­ni­en als „bin La­den“be­kann­ten Schei­ne ein­be­hält, die – wie den Ter­ro­ris­ten Osa­ma bin La­den – je­der kennt, aber nie­mand per­sön­lich zu Ge­sicht be­kommt. Die Deut­sche Bun­des­bank und Ös­ter­rei­chi­sche Na­tio­nal­bank zie­hen da­mit ab dem 26. April nach. Ih­re Gül­tig­keit ver­lie­ren die 500er aber nicht, sie zir­ku­lie­ren wei­ter bis sie in die Hän­de ei­ner Bank kom­men.

DAX 30

Eu­ro­pa­weit sinkt die An­zahl der 500er-Schei­ne, die seit 2014 nicht mehr ge­druckt wer­den, seit drei Jah­ren ra­pi­de. Der­zeit exis­tie­ren welt­weit et­wa 521 Mil­lio­nen, rund 25 Pro­zent be­fin­den sich au­ßer­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU). Sie ma­chen 2,4 Pro­zent al­ler sich im Um­lauf be­fin­den­den Eu­roSchei­ne aus, ha­ben aber ei­nen An­teil von 21,7 Pro­zent des Eu­ro-Bar­geld­men­ge, rund 260 Mil­li­ar­den.

Der spa­ni­schen Zen­tral­bank zu­fol­ge ver­schwin­den im­mer mehr gro­ße Schei­ne aus dem Um­lauf, nicht nur 500er, auch 200er und 100er-Schei­ne. Die Ten­denz setz­te mit der Im­mo­bi­li­en­kri­se ein, sie ver­stärk­te sich mit dem Tou­ris­mus­boom und dem Ver­schwin­den vie­ler Bank­fi­lia­len. Nun be­schafft sich die Be­völ­ke­rung Bar­geld aus den Geld­au­to­ma­ten, die klei­ne Schei­ne aus­ge­ben. Und auch die Au­to­ma­ten wer­den ra­rer, wäh­rend im­mer mehr Per­so­nen Bank­kar­ten und Han­dys zum Be­zah­len nut­zen.

„Bar­geld ist im­mer noch die ge­läu­figs­te Zah­lungs­wei­se“, hält die Zen­tral­bank ent­ge­gen. Pri­vat­ban­ken tei­len die­se An­sicht be­dingt. Bei Bank­in­ter stieg 2018 die Nut­zung al­ter­na­ti­ver Zah­lungs­for­men um elf Pro­zent. Au­ßer­dem er­schwert die Re­gie­rung die Bar­zah­lung, nun soll ein Li­mit für die Bar­zah­lung von Rech­nun­gen von 1.000 Eu­ro ein­ge­führt wer­den.

Im­mer mehr gro­ße Schei­ne ver­schwin­den aus dem Um­lauf

DOW JO­NES

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