Wo­hin geht es?

Serón lockt mit reiz­vol­len Ge­birgs­land­schaf­ten und ei­ner kul­tur­his­to­risch in­ter­es­san­ten Ver­gan­gen­heit

Costa del Sol Nachrichten - - Inhalt - Jo­sé A. Nieto Serón

Die Ge­mein­de Serón in der Sier­ra de Fil­a­b­res bie­tet mit der ehe­ma­li­gen Berg­bau­sied­lung Las Me­nas ei­ne kul­tur­his­to­risch in­ter­es­san­te Land­schaft, die mit Rui­nen ge­spickt ist.

Die auf ei­ner An­hö­he über dem Tal des Almanz­o­ra thro­nen­de Ort­schaft Serón ist vor al­lem für sei­ne Le­bens­mit­te­l­er­zeug­nis­se be­kannt, al­len vor­an sein luft­ge­trock­ne­ter Schin­ken, Wurst­wa­ren wie et­wa Blut­wurst und neu­er­dings auch ein de­li­ka­ter, tra­di­tio­nell ge­fer­tig­ter Kä­se. Das Berg­dorf in den nörd­li­chen Aus­läu­fern der Sier­ra de Fil­a­b­res hat aber mehr zu bie­ten als nur ku­li­na­ri­sche Spe­zia­li­tä­ten.

Zum Bei­spiel ei­ne in­ter­es­san­te, ins­be­son­de­re von sei­ner Berg­bau­ver­gan­gen­heit ge­präg­te Lo­kal­ge­schich­te. Oder auch höchst reiz­vol­le Land­schaf­ten, die Na­tur­lieb­ha­ber, Wan­de­rer und Er­ho­lungs­su­chen­de glei­cher­ma­ßen an­lo­cken. Der In­lands­tou­ris­mus ent­wi­ckelt sich in Serón all­mäh­lich denn auch zu ei­nem lu­kra­ti­ven Wirt­schafts­zweig, wo­bei sich die Ge­mein­de in die­ser Hin­sicht die Nach­hal­tig­keit auf ih­re Fah­ne ge­schrie­ben hat.

Für ei­ne Be­sich­ti­gung von Serón steu­ert man am bes­ten die Pla­za Nue­va an, denn an­ders­wo im Orts­zen­trum mit sei­nen en­gen, ver­win­kel­ten Gas­sen wird man nur schwer ei­nen Park­platz fin­den. Der weit­läu­fi­ge Platz bie­tet Raum für das Rat­haus, ein Ge­mein­de­zen­trum, ein Ca­fé, ei­nen Kin­der­spiel­platz, ei­nen Brun­nen so­wie Bän­ke un­ter schat­ten­spen­de­nen Bäu­men. Die Pla­za Nue­va er­öff­net dar­über hin­aus ei­nen ers­ten Aus­blick auf die Burg, zu­gleich die wich­tigs­te Se­hens­wür­dig­keit des Or­tes.

Kir­che, Ka­pel­le und Burg

Ein we­nig ober­halb des Rat­haus­plat­zes ver­läuft die den Orts­kern qua­si um­zin­geln­de Cal­le Re­al, die sich be­son­ders gut für ei­nen Rund­gang eig­net. Di­rekt an der Cal­le Re­al be­fin­det sich un­ter an­de­rem die aus dem 17. Jahr­hun­dert stam­men­de Igle­sia de la Anun­ci­a­ción. Die im Mu­de­jar-Stil er­rich­te­te Kir­che wur­de 1983 zum kunst­his­to­ri­schen Denk­mal er­klärt.

In un­mit­tel­ba­rer Nä­he der Cal­le Re­al liegt mit der im 19. Jahr­hun­dert im neo­klas­si­schen Stil er­bau­ten Wall­fahrts­ka­pel­le Er­mi­ta de los Re­me­di­os noch das zwei­te sa­kra­le Bau­werk von Serón. Und von der Cal­le Re­al geht schließ­lich auch die Cal­le del Cas­til­lo ab, die zur be­reits er­wähn­ten Fe­s­tung hin­auf führt, in ei­nem stei­len An­stieg, vor dem man viel­leicht kurz ver­schnau­fen soll­te.

Der seit 1993 un­ter Denk­mal­schutz ste­hen­de Cas­til­lo de Serón wur­de be­reits im 13. Jahr­hun­dert un­ter den sei­ner­zeit im is­la­mi­schen Kö­nig­reich Gra­na­da herr­schen­den Nas­ri­den kon­stru­iert. Neue­ren Da­tums ist in­des der hoch oben auf ei­ner Platt­form der Burg her­aus­ra­gen­de Turm, der erst im 19. Jahr­hun­dert zur eins­ti­gen Ver­tei­di­gungs­an­la­ge hin­zu­stieß.

Bahn­hof oh­ne Zü­ge

Von der Platt­form aus kann man nicht nur die Ort­schaft selbst kom­plett in Au­gen­schein neh­men, son­dern auch ei­ne weit­rei­chen­de Aus­sicht über das Tal des Almanz­o­ra bis zu dem ge­gen­über­lie­gen­den Ge­birgs­zug der Ser­ra de las Estan­ci­as ge­nie­ßen. Er­bli­cken kann man da­bei in nord­öst­li­cher Rich­tung auch den we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fern­ten, zu Serón ge­hö­ren­den Orts­teil Bar­rio de la Esta­ción.

Ein Ab­ste­cher dort­hin lohnt sich al­le­mal. Al­lein schon we­gen des ku­rio­sen, im ehe­ma­li­gen Bahn­hofs­ge­bäu­de un­ter­ge­brach­ten Re­stau­rants mit sei­ner Ter­ras­se di­rekt an den aus­ge­dien­ten Bahn­glei­sen. Für Fa­mi­li­en, aber auch we­gen der kul­tu­rel­len Ak­ti­vi­tä­ten, die an den Wo­che­n­en­den in der an­gren­zen­den Esta­ción de los Cu­en­tos (dt.: Bahn­hof der Mär­chen) für Kin­der ver­an­stal­tet wer­den.

Die Zug­stre­cke, die einst für den Ab­trans­port der frü­her in der Sier­ra de Fil­a­b­res ab­ge­bau­ten Mi­ne­ra­li­en er­rich­tet wur­de, ist im Üb­ri­gen längst still­ge­legt wor­den. Mitt­ler­wei­le ist die al­te Bahn­tras­se in ei­ne Via Ver­de (dt.: grü­ner Pfad) ver­wan­delt wor­den, die zu ei­ner Rad­tour oder ei­nem län­ge­ren Fuß­marsch ein­lädt.

Ge­ra­de für Wan­de­rer ist Serón ein at­trak­ti­ves Aus­flugs­ziel we­gen sei­ner ab­wechs­lungs­rei­chen Rou­ten im nä­he­ren Um­land. Wie et­wa der 10,8 Ki­lo­me­ter lan­ge, als Sen­de­ro Pan­orá­mi­co de Serón be­kann­te Wan­der­weg PR- A 335. Die rund um den Ort füh­ren­de Stre­cke, die ei­nen Teil der Via Ver­de mit ein­schließt, er­öff­net dem Wan­de­rer ver­schie­de­ne Pan­ora­ma­bli­cke auf das Berg­dorf.

Wei­ter in die Sier­ra de Fil­a­b­res hin­ein führt der Sen­de­ro de las En­ci­nas Mi­le­na­ri­as ge­nann­te Wan­der­weg PR-A 319. Die Rou­te glei­cher Län­ge, eben­falls ei­ne Rund­wan­de­rung, ist we­gen ih­rer grö­ße­ren Hö­hen­un­ter­schie­de et­was an­spruchs­vol­ler und zeit­auf­wen­di­ger. Für die Stra­pa­zen ent­schä­digt un­ter­wegs in­des der An­blick meh­re­rer jahr­hun­der­te­al­ter Ei­chen.

Ei­ne drit­te, mit ei­ner Län­ge von 6,6 Ki­lo­me­tern zwar deut­lich kür­ze­re, mit rund 350 Me­ter an ak­ku­mu­lier­ten Hö­hen­un­ter­schie­den je­doch kaum we­ni­ger an­stren­gen­de Rou­te führt mit­ten in das ehe­ma­li­ge Berg­bau­ge­biet im Sü­den von Serón. Der Wan­der­weg SL-A 192, führt an mehr oder we­ni­ger gut er­hal­te­nen Zeug­nis­sen der eins­ti­gen Berg­bau­tä­tig­keit vor­bei.

Un­ty­pi­sche Ka­pel­le

Un­ter­wegs be­kommt man un­ter an­de­rem die Ein­gän­ge zu den vor fünf Jahr­zehn­ten auf­ge­ge­ben Mi­nen, Rui­nen da­ma­li­ger Werk­stät­ten und In­dus­trie­an­la­gen oder auch die pracht­vol­len Vil­len der da­ma­li­gen Mi­nen­di­rek­to­ren zu Ge­sicht. Ein wei­te­res High­light auf der Stre­cke ist die Er­mi­ta de San­ta Bar­ba­ra, die 1911 im Ko­lo­ni­al­stil er­baut wur­de. Die sei­ner­zeit im Auf­trag der aus­län­di­schen Berg­bau­un­ter­neh­mern kon­stru­ier­te Ka­pel­le wur­de im Jahr 2001 ei­ner Re­no­vie­rung un­ter­zo­gen.

Start und Ziel der Rund­wan­de­rung ist die ehe­ma­li­ge Berg­ar­bei­ter­sied­lung Las Me­nas. In die­ser kann man sich nicht nur in ei­nem von ei­ner Park­an­la­ge um­ge­be­nen Mu­se­um über die Ge­schich­te der Ei­sen­ge­win­nung in den Mi­nen der Um­ge­bung in­for­mie­ren. Auf ei­nem Streif­zug über das Ge­län­de kann man au­ßer­dem die zum Teil rui­nö­sen und zum Teil re­stau­rier­ten Ge­bäu­de der einst pul­sie­ren­den Sied­lung be­sich­ti­gen.

Al­ter­na­ti­ven zum Näch­ti­gen

Wie et­wa das frü­he­re Ho­s­pi­tal von Las Me­nas, im dem sich ak­tu­ell das Re­stau­rant ei­nes Cam­ping­plat­zes be­fin­det. Die­ser bie­tet ei­ne rus­ti­ka­le Mög­lich­keit zur Über­nach­tung im Um­feld von Serón. Wei­te­re, kom­for­ta­ble­re Al­ter­na­ti­ven stel­len Land­ho­tels wie La Po­s­a­da del Can­dil und Mo­li­no Ru­ral L‘Aqa­ba oder Gast­häu­ser wie Ca­sa Ru­ral El Cas­til­lo und Ca­sa Ru­ral Per­di­go­nes dar (nä­he­re In­for­ma­ti­on zu den Un­ter­künf­ten auf <www.tur­si­mo­se­ron.es>).

Für Wan­de­rer bie­tet Serón ei­ne viel­sei­ti­ge Stre­cken­aus­wahl

Fo­tos: Jo­sé Nieto

Ar­chi­tek­to­ni­sche Se­hens­wür­dig­kei­ten der über dem Almanz­o­ra-Tal thro­nen­den Ort­schaft sind die mit­tel­al­ter­li­che Burg­an­la­ge und die Pfarr­kir­che.

Der ehe­ma­li­ge Bahn­hof ist in ein Re­stau­rant und die still­ge­leg­te Bahn­tras­se in ei­nen Rad- und Wan­der­weg ver­wan­delt wor­den.

Auf der Pla­za Nue­va be­fin­den sich das Rat­haus so­wie ein Ca­fé samt Ter­ras­se mit Blick auf die mau­ri­sche Fe­s­tung. .

Im Ge­biet Los Per­di­go­nes sind ei­ne für die Mi­nen­ar­bei­ter er­bau­te Ka­pel­le so­die Vil­len der da­ma­li­gen Mi­nen­di­rek­to­ren er­hal­ten.

Auf ei­ner Wan­de­rung im Um­feld von Las Me­nas kann man die Über­bleib­sel der einst flo­rie­ren­den Berg­bau­in­dus­trie auf­spü­ren.

Die Ge­schich­te des lan­ge Zeit lu­kra­ti­ven Erz­ab­baus in Las Me­nas ist vor Ort ei­nem Mu­se­um do­ku­men­tiert.

Ei­ni­ge Kon­struk­tio­nen wie die frü­he­ren Woh­nun­gen der Ar­bei­ter­fa­mi­li­en sind re­stau­riert wor­den.

In der ehe­ma­li­gen Berg­ar­bei­ter­sied­lung kann man die Rui­nen der ver­las­se­nen Ge­bäu­de be­sich­ti­gen.

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