Al­les deu­tet auf Neu­wah­len hin

Ci­u­dad­a­nos kün­digt Le­gis­la­tur­pakt mit der re­gie­ren­den PSOE auf

Costa del Sol Nachrichten - - Andalusien -

Se­vil­la – jan. Seit Mo­na­ten war da­mit spe­ku­liert wor­den, dass die an­da­lu­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Sus­a­na Díaz (PSOE) das re­gio­na­le Par­la­ment vor­zei­tig auf­lö­sen und des­sen Neu­wahl vom kom­men­den Früh­jahr auf die­sen Herbst vor­zie­hen könn­te. Nun aber ist es der bis­he­ri­ge Mehr­heits­be­schaf­fer der in Min­der­heit re­gie­ren­den PSOE, die op­po­si­tio­nel­le Ci­u­dad­a­nos, die ei­nen Ur­nen­gang er­wir­ken könn­te.

Ihr Spre­cher im Land­tag, Juan Ma­rín, er­klär­te näm­lich Mit­te ver­gan­ge­ner Wo­che die mit der na­tio­na­len Par­tei­füh­rung ab­ge­stimm­te Auf­kün­di­gung des Le­gis­la­tur­pak­tes mit den So­zia­lis­ten. Als Grund hier­für führ­te er ein man­geln­des In­ter­es­se der PSOE an der Um­set­zung ver­ein­bar­ter Maß­nah­men zur Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung und zur po­li­ti­schen Re­ge­ne­ra­ti­on an.

Die So­zia­lis­ten se­hen da­rin le­dig­lich ei­ne Aus­re­de, um die Neu­wah­len zu er­zwin­gen. De­ren Vor­ver­le­gung stre­be Ci­u­dad­a­nos ein­zig aus par­tei­po­li­ti­schem Kal­kül an, um sich ob ih­res ak­tu­el­len Vor­sprungs in den Mei­nungs­um­fra­gen ge­gen­über der PP als füh­ren­de Kraft im rech­ten La­ger zu eta­blie­ren. Dies wür­de nicht zu­letzt auch ih­rem lan­des­wei­ten Vor­sit­zen­den Al­bert Ri­ve­ra die­nen, um sich auf na­tio­na­ler Ebe­ne ge­gen­über sei­nem auf­stre­ben­den Ri­va­len Pa­blo Ca­sa­do von der PP zu be­haup­ten.

Die lin­ken Par­tei­en Po­de­mos und IU zwei­feln ih­rer­seits die Be­grün­dung von Ci­u­dad­a­nos für die Auf­kün­di­gung des Pak­tes mit der PSOE eben­falls an. Schließ­lich ha­be die Par­tei die So­zia­lis­ten drei­ein­halb Jah­re an der Macht ge­hal­ten, oh­ne de­ren Nicht­ein­hal­tung von Re­gie­rungs­ver­ein­ba­run­gen an­zu­pran­gern, um sie nun, ein hal­bes Jahr vor En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode plötz­lich fal­len zu las­sen.

Die PP wie­der­um traut we­der der PSOE noch Ci­u­dad­a­nos und glaubt, dass der Streit der bis­he­ri­gen Bünd­nis­part­ner ein von bei­den ab­ge­kar­te­tes Spiel sei, um die vor­ge­zo­ge­nen Wah­len zu recht­fer­ti­gen. Die­se sei­en näm­lich auch im In­ter­es­se der So­zia­lis­ten, die den Wahl­ter­min ger­ne ab­sol­vie­ren wür­den, be­vor in den di­ver­sen an­hän­gi­gen Kor­rup­ti­ons­pro­zes­sen für ih­re In­ter­es­sen un­güns­ti­ge Ur­tei­le ge­fällt wer­den.

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