Wag­hal­si­ge Ma­nö­ver

Ma­nu­el Te­jei­ro fliegt seit sei­nem elf­ten Le­bens­jahr mit Gleit­schir­men – Teil­nah­me am größ­ten Flug­fes­ti­val der Welt

Costa del Sol Nachrichten - - Erste Seite - Micha­el Tram­pert Cóm­pe­ta

Ma­nu­el Te­jei­ro López fliegt seit sei­nem elf­ten Le­bens­jahr Gleit­schirm. Seit­dem er 21 Jah­re alt ist, be­geis­tert er sei­ne Zu­schau­er mit Luf­t­akro­ba­tik. Nun durf­te Te­jei­ro be­reits zum drit­ten Mal am welt­größ­ten Flug­fes­ti­val in den USA teil­neh­men.

Es war ein Tag, der das Le­ben von Ma­nu­el Te­jei­ro López für im­mer ver­än­dern soll­te. Der aus Com­pe­ta stam­men­de Mann war da­mals ge­ra­de acht Jah­re alt, als ihn sein Va­ter und sein äl­te­rer Bru­der das ers­te Mal zum Gleit­schirm­flie­gen mit­ge­nom­men ha­ben. Ma­nu­el war so­fort Feu­er und Flam­me für den Sport. Das hat sich bis heu­te nicht ver­än­dert. „Es ist ein un­be­schreib­li­ches Ge­fühl, das man hat, wenn man mit ei­nem Gleit­schirm fliegt“, sagt der mitt­ler­wei­le 27-jäh­ri­ge Te­jei­ro. „Man kann mit dem Gleit­schirm über Ber­ge, Strän­de und Städ­te hin­weg flie­gen. Da­bei hat man ei­nen ein­zig­ar­ti­gen 360-Gra­dAus­blick. Wäh­rend man fliegt, zieht der Wind an ei­nem vor­bei und man fühlt sich ein­fach frei.“

Als Ma­nu­el elf Jah­re alt wur­de, be­gann er da­mit, al­lei­ne Gleit­schirm zu flie­gen. In we­ni­ger als ei­nem Jahr lern­te er, den Gleit­schirm or­dent­lich zu steu­ern. „Ich lie­be das Gleit­schirm­flie­gen. Mei­ne Lei­den­schaft je­doch ist der akro­ba­ti­sche Kunst­flug“, schwärmt Te­jei­ro. „Ich ha­be es für mich ent­deckt, als ich 21 Jah­re alt wur­de. Um Kunst­flü­ge durch­füh­ren zu kön­nen, ist es not­wen­dig, den Gleit­schirm mit Hil­fe ei­nes Mo­tors an­zu­trei­ben. Mei­ne Brü­der und ich wa­ren da­mals Pio­nie­re auf dem Ge­biet der Kunst­flie­ge­rei.“

Vor­füh­run­gen in den USA

Die ers­ten Kunst­flü­ge ab­sol­vier­te der Flug­a­kro­bat an den Strän­den von Mo­tril an der Cos­ta Tro­pi­cal in der Pro­vinz Gra­na­da. „Nach­dem die ers­ten Tricks sa­ßen und ein klei­nes Pro­gramm aus­ge­ar­bei­tet wor­den war, tra­ten wir dann auf klei­nen Ver­an­stal­tun­gen in der Pro­vinz Mála­ga auf. Dort ha­ben wir den Men­schen un­se­re Flug­küns­te und un­se­re Pro­duk­te prä­sen­tiert, die wir im Zu­sam­men­hang mit dem Gleit­schirm­flie­gen ver­kau­fen“, so Te­jei­ro.

Doch da­bei soll­te es nicht blei­ben. Durch Mund­pro­pa­gan­da hat­te sich die Flug­a­kro­ba­tik von Ma­nu­el Te­jei­ro und sei­nen Brü­dern in­ter­na­tio­nal rasch her­um­ge­spro­chen, wes­halb die Or­ga­ni­sa­ti­on der größ­ten Luft­fahrt­aus­stel­lung der Welt, die EAA Air­ven­ture Osh­kosh, den Gleit­schirm-Pi­lo­ten zu ih­rem jähr­li­chen und gleich­na­mi­gen Flug­fes­ti­val in den US-Bun­des­staat Wis­con­sin ein­lud, da­mit er dort vor mehr als 600.000 Be­su­chern sein Kön­nen mit dem Gleit­schirm prä­sen­tie­ren konn­te.

„Es hat zwar je­de Men­ge Vor-

ar­beit und Pa­pier­kram in An­spruch ge­nom­men und ei­ni­ge Jah­re ge­dau­ert, bis ich end­lich am Flug­fes­ti­val teil­neh­men durf­te. Aber am En­de ha­ben sie wahr­schein­lich er­kannt, dass wir ei­ne wirk­lich tol­le Show ha­ben, mit der wir die Zu­schau­er be­geis­tern kön­nen“, schmun­zelt Te­jei­ro.

Das drit­te Jahr in Fol­ge hat der An­da­lu­si­er nun be­reits an dem Flug­fes­ti­val teil­ge­nom­men. „Es ist wirk­lich ei­ne gro­ße Eh­re für mich, als Pi­lot auf dem größ­ten Luft­fahrt-Fes­ti­val der Welt teil­neh­men zu dü­fen“, sagt Te­jei­ro.

Schwe­rer Un­fall

Dass Luf­t­akro­ba­tik auch ge­fähr­lich ist, da­von kann Ma­nu­el Te­jei­ro ein Lied sin­gen. Als er auf dem Flug­fes­ti­val in Osh­kosh auf­trat, kam es zu ei­nem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler, der da­zu führ­te, dass sich Te­jei­ro und ein B-1B-Bom­ber gleich­zei­tig im sel­ben Luf­t­raum be­fan­den.

„Das war et­was, das sich nie wie­der in der Flug­ge­schich­te wie­der­ho­len wird“, er­klärt Te­jei­ro. „Wenn sich so ein Pfeil wie der B-1B-Bom­ber in der Luft be­fin­det, darf nichts an­de­res im sel­ben Luf­t­raum sein. Doch zum Glück ist nichts pas­siert.“

We­sent­lich schlim­mer war Te­jei­ros‘ Un­fall im ver­gan­gen Jahr. Der Gleit­schirm-Pi­lot stürz­te ab und quetsch­te sich da­bei meh­re­re Wir­bel. Die­ser Un­fall zwang den pas­sio­nier­ten Pi­lo­ten zu ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Zwangs­pau­se.

„Am An­fang ha­be ich nicht ver­stan­den, war­um mir die­ser Un­fall pas­siert ist. Aber dann be­griff ich, dass es das Bes­te war, was mir pas­sie­ren konn­te. Ich be­gann näm­lich da­mit, über mich und mein Le­ben nach­zu­den­ken und über das, was ich er­rei­chen will“, er­zählt Te­jei­ro und fährt fort: „Nach­dem ich die Zwangs­pau­se über­stan­den hat­te, war ich stär­ker und mo­ti­vier­ter als je zu­vor.“

Die­se Ein­stel­lung will Ma­nu­el Te­jei­ro auch all die­je­ni­gen ver­mit­teln, die ei­nen Traum ha­ben, aber die­sen aus ir­gend­wel­chen Grün­den nicht ver­fol­gen kön­nen. „Wenn man wirk­lich et­was will, fest dar­an glaubt und da­für kämpft, dann wird man oh­ne Zwei­fel sein Ziel er­rei­chen. Man muss ein­fach im­mer nur wei­ter­ma­chen“, so der Com­pe­te­ño.

Das macht Ma­nu­el Te­jei­ro eben­so. Vom 20. bis zum 23. Sep­tem­ber nimmt er am Free Flight Fes­ti­val „Cou­pe Ica­re“in Sankt Hi­lai­re du Tou­vet und Lum­bin­den in den fran­zö­si­schen Al­pen teil. Da­nach folgt ei­ne Flug­show in Grotta­ma­re in Ita­li­en vom 4. bis zum 7. Ok­to­ber, die von den Un­ter­neh­men Vit­to­ra­zi und Fly Pro­ducts – bei Fly Pro­ducts ist Ma­nu­el Te­jei­ro zu­dem Ver­kaufs­chef or­ga­ni­siert wird.

Foto: Ma­nu­el Te­jei­ro

Fo­tos: Ma­nu­el Te­jei­ro

Wäh­rend ei­nes wag­hal­si­gen Flug­ma­nö­vers üb­te Ma­nu­el Te­jei­ro ei­nen Sal­to.

Der Akro­bat in sei­nem Gleit­schirm.

Ma­nu­el Te­jei­ro prä­sen­tier­te sei­ne atem­be­rau­ben­den Kunst­stü­cke.

Ma­nu­el Te­jei­ro kurz vor Be­ginn sei­ner Show.

In der Luft hat man ei­nen wun­der­ba­ren 360-Grad-Aus­blick.

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