Spa­ni­en

Staats­an­walt­schaft will 25 Jah­re Haft für ehe­ma­li­gen Vi­ze­re­gie­rungs­chef Ori­ol Jun­queras

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Ho­hes Straf­maß: Staats­an­walt­schaft for­dert 25 Jah­re Haft für Se­pa­ra­tis­ten

Ma­drid – ck. Die Staats­an­walt­schaft hat am Don­ners­tag­abend die Straf­for­de­rung ge­gen die se­pa­ra­tis­ti­schen ka­ta­la­ni­schen Po­li­ti­ker be­kannt­ge­ge­ben: 25 Jah­re Haft für den ehe­ma­li­gen Vi­ze­mi­nis­ter­prä­si­den­ten Ori­ol Jun­queras, 16 und 17 Jah­re für acht wei­te­re in U-Haft sit­zen­de An­ge­klag­te. Der Pro­zess­be­ginn im Obers­ten Ge­richts­hof (TS) in Ma­drid zum ver­bo­te­nen und den­noch durch­ge­führ­ten Re­fe­ren­dum zur Un­ab­hän­gig­keit Ka­ta­lo­ni­ens am 1. Ok­to­ber 2017 wird für An­fang 2019 er­war­tet.

Ins­ge­samt soll ge­gen 18 ka­ta­la­ni­sche Ak­ti­vis­ten ein Ver­fah­ren er­öff­net wer­den, auch ge­gen die ins eu­ro­päi­sche Aus­land Ge­flüch­te­ten. Es geht um das ver­fas­sungs­wid­ri­ge Re­fe­ren­dum, um den an­schlie­ßen­den Ab­spal­tungs­be­schluss, um die Ge­set­ze An­fang Sep­tem­ber, um die Be­la­ge­rung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums in Bar­ce­lo­na und um die Fra­ge, ob das, was im Herbst 2017 in Ka­ta­lo­ni­en ge­schah, als Re­bel­li­on be­zeich­net wer­den kann, was die ho­hen Haft­stra­fen er­klärt.

Die Re­gie­rungs­an­wäl­te ha­ben im Ge­gen­satz zur Staats­an­walt­schaft den Straf­tat­be­stand Re­bel­li­on aus­ge­schlos­sen. Ih­re Kla­ge lau­tet: Auf­stand so­wie Un­ter­schla­gung öf­fent­li­cher Gel­der. Für Jun­queras wä­ren das noch im­mer 14 Jah­re Haft.

Die „ge­walt­tä­ti­ge und öf­fent­li­che Er­he­bung“, wie das spa­ni­sche Straf­ge­setz­buch Re­bel­li­on de­fi­niert, liegt für Re­gie­rungs­chef Pe­dro Sàn­chez und sei­ne Vi­ze Car­men Cal­vo nicht vor. Die Op­po­si­ti­on wirft ih­nen vor, die Re­gie­rungs­an­wäl­te be­ein­flusst zu ha­ben. Der PP-Vor­sit­zen­de Pa­blo Ca­sa­do sieht Spa­ni­en durch das scham­lo­se Vor­ge­hen ge­de­mü­tigt.

Sán­chez bie­de­re sich bei den Se­pa­ra­tis­ten an, weil er de­ren Stim­men brau­che, so der Te­nor. Tat­säch­lich ha­ben die se­pa­ra­tis­ti­schen Par­tei­en PDeCAT und ERC ge­droht, den Haus­halt nicht zu un­ter­stüt­zen. Bei­de schlie­ßen die Fort­füh­rung des Dia­logs aber nicht aus.

Sán­chez scheint den­noch nicht zu vor­ge­zo­ge­nen Par­la­ments­wah­len be­reit. Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Na­dia Cal­vi­ño griff die schon vor Wo­chen ge­äu­ßer­te Mög­lich­keit auf, not­falls den vor­he­ri­gen Haus­halt zu ver­län­gern.

Kaum wur­de die Straf­for­de­rung be­kannt, ver­such­te die PP ih­re Ge­set­zes­re­form zur Begna­di­gung im Par­la­ment durch­zu­brin­gen. Die PP will aus­schlie­ßen, dass we­gen Re­bel­li­on oder Auf­stand Ver­ur­teil­te von der Re­gie­rung be­gna­digt wer­den kön­nen. Ein ent­spre­chen­der Vor­schlag wird seit Fe­bru­ar von der PSOE ver­zö­gert.

Die Re­gie­rungs­an­wäl­te schlie­ßen im Ge­gen­satz zur Staats­an­walt­schaft Re­bel­li­on aus

Fo­to: dpa

Ori­ol Jun­queras vor der In­haf­tie­rung und Carles Pu­ig­de­mont vor sei­ner Flucht bei ei­ner De­mo im ver­gan­ge­nen Jahr.

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