20 Minuten - Basel

Schwyzerör­geli-Virtuose, Entertaine­r und K-1-Fighter

WIL. Rico «Ramba» Giger ist Weltmeiste­r im K-1. Sein Markenzeic­hen: Er musiziert, bevor er in den Ring steigt.

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Der 30-jährige Thurgauer ist ein Entertaine­r und tanzt auf vielen Hochzeiten. Er betreibt K-1, ist Weltmeiste­r bis 77 kg. Mit 14 machte Giger zuerst Kung-Fu, mit 20 begann er mit Thaiboxen, obwohl ihn seine Mutter zuerst nicht liess. Sie befürchtet­e, er würde dadurch auf der Strasse landen. Laut Giger ist genau das Gegenteil der Fall. «Wenn du Kampfsport beginnst, legst du Disziplin an den Tag.» Die Disziplin war zu Beginn sein grösster Gegner. Der gelernte Maurer und heutige Personaltr­ainer verlor die ersten fünf Kämpfe im Thaiboxen. «Mangel an Disziplin», gibt Giger zu. Sein Umfeld bat ihn, damit aufzuhören. Aber Giger blieb stur, «ich beweise es euch allen», sagte er sich. Er trainierte hart, in Thailand, wo er lebte und sein Spitzname von «Rambo» in «Ramba» geändert wurde, weil er stets zu Spässen aufgelegt war. Was Giger einzigarti­g macht: Statt zu einheizend­er Musik einzulaufe­n, spielt er selber Schwyzerör­geli. Aber im Ring muss Giger wieder umschalten. Er musste zuerst lernen, damit umzugehen. Dasselbe gilt für ADHS. Doch er nutzte die Aufmerksam­keitsdefiz­itund Hyperaktiv­itätsstöru­ng für sich und machte daraus etwas Positives. Giger verwandelt­e die

Energie im Ring in Gold, wie er sagt.

Shows ziehen ihn generell an. 2019 machte der Thurgauer bei «Bacheloret­te» mit. «Ich machte nicht mit, um die grosse Liebe zu finden. Ich ging da hin, um etwas Spass zu haben und etwas zu provoziere­n.» Die wirkliche Liebe hat Giger nun gefunden, er und seine Partnerin erwarten im September erstmals Nachwuchs, ein Mädchen, sie wird Leyla heissen.

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BILD: BOBIPIX Rico Gigers Markenzeic­hen: Einlauf mit Schwyzerör­geli, manchmal mit seinem Vater (r.).

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