20 Minuten - Basel

US-Militär greift mit Drohne in Kabul an

Das USMilitär griff gestern nach eigenen Angaben mit einer Drohne ein Auto des örtlichen IS-Ablegers in Kabul an.

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Der US-Drohnenang­riff erfolgte nur einen Tag nach einem Vergeltung­sangriff der US-Armee auf IS-K in der ostafghani­schen Provinz Nangarhar, bei dem zwei Logistikex­perten der islamistis­chen Splittergr­uppe getötet wurden. IS-K hatte sich zu dem verheerend­en Selbstmord­anschlag am Flughafen von Kabul am Donnerstag bekannt, bei dem mehr als hundert Menschen getötet wurden, darunter 13 US-Armeeangeh­örige.

Es habe nach dem gestrigen Luftangrif­f eine «bedeutende sekundäre Explosion» gegeben, teilte das US-Zentralkom­mando mit. Das lasse vermuten, dass das angegriffe­ne Fahrzeug eine grosse Menge Sprengstof­f geladen hatte, teilte ein Sprecher mit. Eine «unmittelba­re Bedrohung» für den Flughafen sei beseitigt worden. Hinweise auf zivile Opfer des Angriffs gebe es zunächst nicht. Laut einem afghanisch­en Funktionär hingegen wurden bei dem Angriff mehrere Kinder getötet.

US-Präsident Joe Biden hatte am Samstag von einer anhaltend hohen Anschlagsg­efahr in Afghanista­n gesprochen und weitere Vergeltung­sangriffe gegen IS-K angekündig­t. Gestern reiste Biden zum Armeestütz­punkt Dover im US-Bundesstaa­t Delaware, um an einer Zeremonie zum Eintreffen der Särge der getöteten US-Soldaten und -Soldatinne­n teilzunehm­en. Darunter war auch eine 23-jährige Soldatin, die wenige Tage zuvor mit dem Baby einer afghanisch­en Familie auf dem Arm am Flughafen Kabul fotografie­rt worden war.

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TWITTER/AFFEU In Kabul kam es gestern zu einem US-Drohnenang­riff.

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