Auf­stand im Netz: EU will Me­mes ver­bie­ten

BRÜSSEL. Die EU ar­bei­tet an ei­nem neu­en Ur­he­ber­rechts- Ge­setz. Die ge­plan­ten Upload- Fil­ter könn­ten das Aus für die be­lieb­ten Me­mes be­deu­ten.

20 Minuten - Bern - - Vorderseite -

BERN. Online-Platt­for­men wie Goog­le sol­len künf­tig al­le In­hal­te, die ih­re User hoch­la­den, auf das Ur­he­ber­recht hin prü­fen müs­sen. So sieht es der Ent­wurf ei­ner neu­en EU-Richt­li­nie vor. Im Netz ge­hen die Wo­gen hoch: Kri­ti­ker be­fürch­ten, dass au­to­ma­ti­sche Upload-Fil­ter die In­hal­te ri­go­ros lö­schen wer­den – dar­un­ter auch Me­mes, weil de­ren Ma­cher meist kei­ne Rech­te an den Bil­dern be­sit­zen.

Die EU will mit ei­ner neu­en Ge­setz­ge­bung die Ur­he­ber­rech­te im In­ter­net bes­ser schüt­zen. Doch der Ent­wurf der neu­en Richt­li­nie ist um­strit­ten. Zu re­den gibt vor al­lem Ar­ti­kel 13. Die­ser ver­pflich­tet Platt­for­men wie Youtube und Face­book, «durch an­ge­mes­se­ne und ver­hält­nis­mäs­si­ge Mass­nah­men zu ge­währ­leis­ten, dass die mit den Rech­te­inha­bern ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­run­gen funk­tio­nie­ren».

Auf So­ci­al Me­dia wird nun hef­tig über die mög­li­chen Fol­gen der Richt­li­nie ge­strit­ten. Kri­ti­ker be­fürch­ten, dass die Platt­for­men al­le In­hal­te, die von Nut­zern online ge­stellt wer­den, dar­auf­hin über­prü­fen müss­ten, ob sie ge­schützt sind. Dies stel­le ei­nen über­trie­be­nen Ein­griff in die Mei­nungs­frei­heit dar. Zu­dem sei die Auf­ga­be nur von au­to­ma­ti­schen Upload-Fil­tern zu be­wäl­ti­gen. Und da die Platt­for­men kein Ri­si­ko ein­ge­hen wol­len, wür­den sie die Al­go­rith­men so pro­gram­mie­ren, dass sie ri­go­ros al­les lö­schen, was nur ent­fernt an ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­te In­hal­te er­in­ne­re.

Ge­ra­de für Me­mes, die Bil­der von Drit­ten ent­hal­ten, wür­den Up- load-Fil­ter ei­ne kaum über­wind­ba­re Hür­de dar­stel­len. «Für mei­nen Me­me-Ka­nal wä­re ein sol­cher Fil­ter der To­des­stoss», sagt Me­me-Star Ha­jd­ge­noss. «Denn für Bil­der be­zah­len wür­de ich si­cher nicht.» Laut Swiss­me­me-Grün­der Ze­ki Bul­gur­cu könn­te sei­ne Platt­form auch mit Upload-Fil­ter über­le­ben.

«Nur müss­te ich dann al­le Bil­der sel­ber ma­chen – ein be­trächt­li­cher Mehr­auf­wand.»

YAN­NICK DE BAKONGO

Swiss­me­me-Grün­der Ze­ki Bul­gur­cu.

Sol­che Me­mes könn­ten künf­tig das Ur­he­ber­recht ver­let­zen.

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