Hat Trump die Wirt­schaft tat­säch­lich «gre­at» ge­macht?

WA­SHING­TON. Do­nald Trump will im Wahl­kampf ge­gen Joe Bi­den mit wirt­schaft­li­cher Kom­pe­tenz punk­ten. Wie ent­wi­ckel­te sich die Wirt­schaft in sei­ner Amts­zeit? 20 Mi­nu­ten macht den Check.

20 Minuten - Bern - - Wirtschaft - FA­BI­AN PÖSCHL

Ar­beits­lo­sen­quo­te

Vor Trumps An­tritt bei knapp 5%, En­de 2019 bei 3,4%. Dann kam die Co­ro­na-Kri­se und ver­nich­te­te über 30 Mil­lio­nen Jobs. Fa­zit: Die Pan­de­mie ver­ha­gel­te Trump die Bi­lanz, die nun schlech­ter ist als vor Amts­an­tritt. Ge­nü­gend.

Han­del

Vor Amts­an­tritt lag die US-Han­dels­bi­lanz noch über 480 Mil­li­ar­den im Mi­nus, 2019 be­trug das De­fi­zit über 616 Mrd. Dol­lar. Fa­zit: Trumps Straf­zöl­le be­herrsch­ten die Schlag­zei­len, doch sie wa­ren zu­min­dest kurz­fris­tig oh­ne Ef­fekt. Die Han­dels­bi­lanz ver­schlech­ter­te sich. Un­ge­nü­gend.

BIP und Ver­schul­dung

Trump gab ein jähr­li­ches Wachs­tums­ziel des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) von 3 oder mehr Pro­zent aus. Doch erst 2018 kratz­te er an der 3-Pro­zent-Mar­ke. Seit Trumps Amts­an­tritt stieg die US-Staats­ver­schul­dung von rund 20 auf mitt­ler­wei­le über 27 Bil­lio­nen Dol­lar.

Fa­zit: Die US-Wirt­schaft brumm­te nie so stark wie von Trump ge­wünscht, dann folg­te der Still­stand durch Co­ro­na. Ab­zü­ge gibt es auch für Trumps stei­gen­de Staats­aus­ga­ben. Un­ge­nü­gend.

In­fra­struk­tur

Trump er­klär­te die In­fra­struk­tur zu ei­nem

Haupt­the­ma im ers­ten Wahl­kampf. Stras­sen und Brü­cken sind in den USA vie­ler­orts in ma­ro­dem Zu­stand. Doch viel sei seit­her nicht ge­sche­hen, kri­ti­sie­ren Ex­per­ten. Im­mer­hin will die US-Re­gie­rung nun zur An­kur­be­lung der Wirt­schaft we­gen der Co­ro­na-Kri­se ei­ne wei­te­re Bil­li­on Dol­lar für die In­fra­struk­tur aus­ge­ben.

Fa­zit: Es hat sich in den vier Jah­ren nicht viel ge­tan. Im­mer­hin zeich­net sich nun aber Bes­se­rung ab. Un­ge­nü­gend.

In­fla­ti­on

Die In­fla­ti­ons­ra­te der USA be­trug vor Trumps Amts­an­tritt 1,26 Pro­zent und lag 2019 bei 1,81 Pro­zent. Das Preis­ni­veau stieg da­mit leicht an. Ei­ne Teue­rung un­ter, aber na­he bei 2 Pro­zent ist das län­ger­fris­ti­ge Ziel der US-No­ten­bank.

Fa­zit: Das Preis­ni­veau in den USA ist sta­bil. Auch der Staat pro­fi­tiert in sei­ner Funk­ti­on als Gross­schuld­ner, denn durch die In­fla­ti­on ver­rin­gert sich sei­ne Re­al­schuld ge­gen­über den Gläu­bi­gern. Er­füllt.

Ge­samt­fa­zit

Trumps Bi­lanz ist un­ge­nü­gend. Fak­to­ren wie die Han­dels­bi­lanz oder die Ar­beits­lo­sen­quo­te sind schlech­ter als vor Trumps Amts­an­tritt. Al­ler­dings wä­re die Beur­tei­lung oh­ne die Co­ro­na-Kri­se deut­lich bes­ser aus­ge­fal­len. Na­tür­lich kann Trump selbst nichts für die Pan­de­mie, je­doch muss er nun be­wei­sen, dass er das Land aus der Kri­se füh­ren kann.

AP

De­mons­trie­ren­de in Salt La­ke Ci­ty for­dern ein be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men.

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