20 Minuten - Bern

Massnahmen­gegner radikalisi­eren sich

OLTEN. An einer Corona-demo und einer Einweihung mobiler Impfzentre­n kam es zu tätlichen Angriffen.

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Bei einer Corona-demo am Wochenende in Olten schlug ein Massnahmen­kritiker einem Gegendemon­stranten eine Glasflasch­e auf den Hinterkopf, wobei sich der Attackiert­e eine Wunde zuzog. Beim Opfer handelt es sich um ein Mitglied der Bewegung «Olten hält Abstand». Diese verurteilt die Attacke scharf. Auch in Gossau ZH kam es am Wochenende zu einem tätlichen Angriff. Als die Zürcher Gesundheit­sdirektori­n Natalie Rickli (SVP) die mobilen Impfzentre­n einweihte, übergoss ein Mann sie mit Apfelschor­le. «Ich erschrak total. So etwas habe ich bis jetzt noch nie erlebt, auch nicht die Gewaltbere­itschaft, die es in diesen Kreisen offenbar gibt», sagte Rickli zum Lokalsende­r Telezüri. Glückliche­rweise sei es glimpflich ausgegange­n.

«Es ist natürlich absolut inakzeptab­el, dass solche Attacken passieren», sagt Fredy Fässler, Präsident der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidir­ektorinnen und -direktoren. Die Gegner beriefen sich inflationä­r auf den Freiheitsb­egriff. Nun sei dringend notwendig, darüber zu diskutiere­n, was dieser Begriff genau heisse. Schliessli­ch gehe es sowohl um die eigene Freiheit als auch um jene der Nächsten.

Auch Sozialwiss­enschaftle­r Marko Kovic kommentier­t die Ereignisse kritisch. «Sie sind schlimm und passen überhaupt nicht zur politische­n Kultur in der Schweiz.» Kovic hält für möglich, dass Gegnerinne­n und Gegner von Massnahmen und der Impfung militanter werden, sollten Ungeimpfte einen erhöhten Impfdruck spüren. Die Gesellscha­ft sollte probieren, mit diesen Menschen einen Dia

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20MIN In Olten kam es zu einem Angriff mit einer Flasche.

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