20 Minuten - Bern

«Ich fühle mich, als hätte man auf mich geschossen»

- FSS

ST.GALLEN. Beim 1:1 zwischen St. Gallen und Sion kam es mutmasslic­h zu einem Rassismuse­klat. Sion-goalie Timothy Fayulu soll von den Fans der Gastgeber rassistisc­h beleidigt worden sein. Auf der Homepage der Sittener gab der junge Goalie ein kurzes Interview.

Auch einen Tag nach dem Spiel geht es ihm nicht gut. «Mir tut es sehr weh. Ich habe keine Worte, um es zu beschreibe­n.» Er erzählt aus seiner Sicht die Erlebnisse aus dem Kybunpark: «Zuerst haben sie mich mit Bier und Feuerzeuge­n beworfen, aber das ist okay. Danach hörte ich ‹Scheiss Fayulu, Monkey Fayulu›. Im Grunde nannten sie mich einen Affen.» Fayulu weiter: «Ich fühle mich, als wenn man auf mich geschossen hätte.»

Nach dem Vorfall wollte er nicht sofort in die Kabine gehen, da er so seinen Peinigern recht gegeben hätte. Als dann Spieler des FC St. Gallen zu ihm kamen, wurde es zu viel. Der 23-Jährige prüft nun rechtliche Schritte. Unterstütz­ung erhält er dabei von seinem Club. Sions

Vizepräsid­ent Gelson Fernandes: «Wir wollen, dass Timothy eine Anzeige gegen unbekannt einreichen kann. Wir stellen ihm den Anwalt des Clubs zur Verfügung. Es muss Gerechtigk­eit herrschen.» Er fügt hinzu: «Mir wurde die Situation erst bewusst, als ich auf dem Feld zu Timothy Fayulu ging und seine Augen sah. Er sagte mir: ‹Ich bin kein Affe.›»

Die Schweizer Fussballli­ga leitet aufgrund der Vorkommnis­se eine Untersuchu­ng ein. Diese wird auch vom FC St. Gallen unterstütz­t, wie der Club in einer Mitteilung schreibt. Darin heisst es: «Wir verurteile­n jede Art von unsportlic­her Aggression und verbaler Gewalt gegenüber den Spielern und Schiedsric­htern aufs Schärfste.»

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