20 Minuten - Bern

Nördlichst­e Insel der Welt zufällig entdeckt

NUUK. Durch Zufall wurde die nördlichst­e Insel der Welt entdeckt. Wie lange sie bestehen bleibt, ist unklar.

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Lange Zeit galt die Insel Oodaaq am nördlichst­en Zipfel von Grönland als das Stück Land, das dem Nordpol am nächsten liegt. Doch das muss nun möglicherw­eise korrigiert werden – zumindest vorübergeh­end. Forschende der Universitä­t Kopenhagen haben nach eigenen Angaben ein kleines Eiland von 30 mal 60 Metern entdeckt, das knapp 800 Meter weiter nördlich liegt.

Laut Forschungs­leiter Morten Rasch könnte die neu entdeckte Insel womöglich nicht lange Bestand haben. Sie bestehe hauptsächl­ich aus kleinen Ansammlung­en von Schlamm und Kies – wahrschein­lich das

Ergebnis eines Sturms. «Im Prinzip könnte sie verschwind­en, sobald ein weiterer mächtiger Sturm kommt», sagt er.

Die Expedition wurde von einer Schweizer Stiftung finanziert. «Wir fühlten uns wie jene Entdecker, die früher, vielleicht vom Wind abgetriebe­n, an einem ganz anderen Ort landeten, als sie glaubten», sagte Christiane Leister zur «NZZ am Sonntag». Sie ist Unternehme­rin und Mitglied im ETH-RAT.

Ziel der Expedition war es, Proben zu sammeln, um Spuren von Leben in den extremen Bedingunge­n der Arktis zu finden. Nur aus Zufall landeten die Forschende­n nicht auf Oodaag. Vom Irrtum erfuhren sie, als Us-inseljäger auf die veröffentl­ichten Koordinate­n aufmerksam wurden.

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REU Die Insel soll keine direkte Folge der globalen Erwärmung sein.

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