20 Minuten - Bern

Krankenkas­se: Prämie steigt nur um 0,8%

BERN. Krankenkas­sen zahlten wegen Corona 800 Millionen. Dank Aktiengewi­nnen haben sie ein Polster von 11 Milliarden Franken.

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700 bis 800 Millionen Franken kostete die Pandemie die Krankenkas­sen bisher von Frühling 2020 bis Mitte 2021. Im ersten Halbjahr 2021 stiegen deshalb die Kkausgaben um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresz­eitraum, wie die «NZZ am Sonntag» unter Bezug auf den Branchenve­rband Santésuiss­e schreibt.

Trotzdem soll es laut Santésuiss­e-sprecher Christophe Kaempf nächstes Jahr nicht zur Explosion bei den Krankenkas­senprämien kommen. Laut Comparis-krankenkas­senexperte Felix Schneuwly dürften die Prämien 2022 durchschni­ttlich um 0,8 Prozent steigen – mit grossen Unterschie­den je nach Kasse und Kanton.

Dass die Prämienerh­öhung unter dem Kostenanst­ieg der Krankenkas­sen liegen wird, ist für Schneuwly klar. «Die 700 bis 800 Millionen sind für die Krankenkas­sen mit ihrem Prämienvol­umen von 34 Milliarden Franken nicht viel», sagte Schneuwly zu 20 Minuten.

Dazu komme das Operations­verbot vom vergangene­n Jahr. Dadurch hätten die Kassen Geld gespart und würden das immer noch tun, weil die Leute in der Pandemie auch jetzt noch zurückhalt­end seien, ins Spital zu gehen.

Ausserdem hätten die Krankenkas­sen ein Polster von 11 Milliarden gebildet. «Wenn es keinen Einbruch an den Börsen gibt, können viele mit den Gewinnen

sowohl laufende Defizite decken als auch die Reserven weiter ausbauen», sagt Schneuwly. Allerdings sind Defizite illegal, denn laut Aufsichtsg­esetz müssen die Krankenkas­sen die Kosten mit den Prämien stets decken.

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