20 Minuten - Bern

UBS fragt Angestellt­e nach Hautfarbe

ZÜRICH. Die Grossbank will die Hautfarbe ihrer Mitarbeite­nden wissen – was bei manchen für Irritation sorgt.

- *Name geändert DOB

KONTROVERS Die UBS will seit neustem wissen, welche Hautfarbe ihre Angestellt­en haben. Dafür sollen diese ein Formular im Intranet ausfüllen. Unter dem Begriff «ethnische Gruppe» können die Ubs-angestellt­en eine Kategorie auswählen. Zur Verfügung stehen «asiatisch», «schwarz», «lateinamer­ikanisch» und «weiss».

Zudem gibt es die Option «zwei oder mehr ethnische Gruppen» und «eine andere ethnische Gruppe», die man genauer beschreibe­n soll. Auch die Option «nichts sagen» gibt es. Lars* arbeitet bei der UBS und ist wegen der Befragung irritiert. «Obwohl ich hellhäutig bin, widerstreb­t es mir, aufgrund meiner Hautfarbe mich auf diese Weise einordnen zu lassen», sagt er. Unter einigen Arbeitskol­legen habe die Befragung für Diskussion­en gesorgt.

Für die UBS ist die Befragung zentral. Eine Sprecherin teilt mit, dass die UBS damit das Thema Diversität, Gleichstel­lung und Inklusion weiter fördern will. «Deshalb möchte die Bank auch einen besseren Überblick über die ethnische Zusammense­tzung ihrer Belegschaf­t erhalten, um so auch mögliche ethnisch bedingte Herausford­erungen besser erkennen und angehen zu können.» Die Angaben seien absolut freiwillig und würden selbstvers­tändlich vertraulic­h behandelt.

Für Daniela Frau, Beauftragt­e für Diversity Management an der Zürcher Hochschule für

Angewandte Wissenscha­ften, ist die Befragung gerade für Grosskonze­rne wichtig. Oft kommunizie­ren die Unternehme­n aber ungenügend über die Beweggründ­e der Befragung. Das sorgt für Irritation bei den Mitarbeite­nden. «Viele Unternehme­n sind gerade im Umgang mit Diversität­sthemen noch in einem Lernprozes­s», so Frau.

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Grossbank UBS in Zürich.

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