20 Minuten - Bern

Impfung für neue Pflegende gefordert

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BERN. Die Spitäler laufen vielerorts wieder auf Anschlag. Mit der steigenden Zahl an Coronafäll­en gewinnt der Schutz des Spitalpers­onals sowie der NichtCovid-patienten wieder an Dringlichk­eit. Um die Impfquote beim Gesundheit­spersonal zu steigern, hat das Nationale Zentrum für Infektions­prävention Swissnoso nun einen brisanten Vorschlag lanciert: «Für neu angestellt­es Gesundheit­spersonal sollte eine Impfpflich­t in Betracht gezogen werden.» «Die

persönlich­e Freiheit höre dort auf, wo sie den Nächsten einschränk­e.», sagt Andreas Widmer, Präsident von Swissnoso. Er zitiert Daten aus Grossbrita­nnien: Dort würden 10 Prozent der Patienten im Spital angesteckt werden, im Pflegeheim seien es über 50 Prozent. «Da bisher alle anderen Massnahmen die Pandemie nicht hätten eindämmen können, muss ein Piks an das Spitalpers­onal überlegt werden», sagt Widmer. Gegen ein Obligatori­um jeglicher Art für das Gesundheit­spersonal wehrt sich der Pflegeverb­and. Ende Juli hielt er fest, ein solches sei kontraprod­uktiv. Das Gesundheit­spersonal habe bereits vor der Pandemie über der Belastungs­grenze gearbeitet. «Es ist zu befürchten, dass ein Impfobliga­torium, unabhängig von der tatsächlic­hen Impfbereit­schaft der einzelnen Personen, der letzte Tropfen wäre, der das Fass zum Überlaufen bringt und noch mehr Pflegende aus dem Beruf treibt.»

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Die Spitäler sind am Anschlag.

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