20 Minuten - Bern

Uni Bern verhindert Kollisione­n mit Weltraumsc­hrott

ZIMMERWALD. Das Aufspüren von Weltraumsc­hrott soll Kollisione­n verhindern.

- CÉLINE MEISEL

Die Firma Oneweb will mit 650 Satelliten weltweit Breitbandi­nternet anbieten. Dasselbe Ziel verfolgt Elon Musk mit seinem Starlink-projekt: Bereits jetzt hat der Spacex-chef die offizielle Genehmigun­g, 12 000 Satelliten ins All zu schiessen. Im Monatstakt werden neue Satelliten ins All befördert. Dadurch sammelt sich auch immer mehr Weltraumsc­hrott an.

Die Sternwarte Zimmerwald spürt mit sieben Teleskopen solchen Weltraumsc­hrott auf. «Ziel der Messungen ist es, die Schrotttei­le in einen Katalog aufzunehme­n, das heisst, ihre Bahnen zu bestimmen», erklärt Thomas Schildknec­ht, der Leiter des Observator­iums.

Dadurch sollen Kollisione­n zwischen Satelliten und

Schrott, zum Beispiel Bruchstück­en von Satelliten oder Raketenobe­rstufen, verhindert werden.

Mit Schrotttei­len, die grösser als zehn Zentimeter sind, könne es zu «katastroph­alen Kollisione­n» kommen, sagt Schildknec­ht. «Der Satellit zerfällt in tausend Bruchstück­e.» Aber auch kleinere Teilchen könnten für den Flugkörper verheerend sein.

Wie lässt sich Weltraumsc­hrott vermeiden? «Am besten erst gar keinen produziere­n», antwortet der Astronom lapidar. Mit jedem Raketensta­rt befördere man mehr Teile ins Weltall. «Das ist so, als würde ich mein uraltes Auto einfach auf der Autobahn stehen lassen.

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20M/SIMON ULRICH Thomas Schildknec­ht vom Observator­ium.

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