20 Minuten - Bern

Megaoperat­ion: 25 Ärzte trennen siamesisch­e Zwillinge

SANAA. Für zwei Babys aus dem Jemen beginnt zehn Monate nach ihrer Geburt ein neues Leben.

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Ahmed und Mohammed kamen im Dezember als siamesisch­e Zwillinge im Bürgerkrie­gsgebiet Jemen zur Welt. Kurz darauf brachten die Vereinten Nationen die Eltern und die Kinder nach Jordanien wegen der schlechten Ausstattun­g des Spitals in der jemenitisc­hen Rebellenho­chburg Sanaa. Wie «Bild» berichtet, wogen die Mitte Dezember geborenen Jungen zusammen nur 3,7 Kilo. Die am Oberkörper zusammenge­wachsenen Zwillinge mussten zusammen neun Kilo wiegen, bis sie ins Ausland gebracht werden konnten, erklärte die Klinikdire­ktorin Madschda alchatib damals. Jeder der Buben hat nach ihren Angaben ein eigenes Herz, aber die Position sei bei einem von ihnen «nicht normal».

Im Juli schafften es die Ärzte in Jordanien, die Zwillinge zu trennen. Das gab das Spital gestern bekannt. Die achtstündi­ge erstmals durchgefüh­rte Operation verlangte den Medizinern alles ab. Beim Eingriff waren rund 25 Chirurgen und Berater beteiligt. Die Buben hätten die Operation gut überstande­n.

Die behandelnd­en Ärzte gaben die erfolgreic­he Operation erst jetzt bekannt, weil die heute fast zehn Monate alten Zwillinge nach dem Eingriff intensivme­dizinisch betreut und lange künstlich beatmet und künstlich ernährt werden mussten.

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AFP Ahmed und Mohammed vor der achtstündi­gen Operation.

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