20 Minuten - Bern

Bundesrat zur Energiekri­se: «Es geht ums Ganze»

BERN. Im Winter könnten Gas und Strom knapp werden. Beim Erdgas ist die Schweiz vom Ausland abhängig.

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Laut dem Bundesrat ist ein Strom- und Gasmangel im Winter möglich. Nicht nur wegen des Ukraine-kriegs, der zu Gaslieferu­nterbrüche­n führe: Die Schweiz verfüge über keine eigenen Gasreserve­n. Im Ernstfall sei nicht sicher, ob die im Ausland gemieteten Reserven abgerufen werden könnten, so Simonetta Sommaruga. Das habe sich bereits in der Pandemie gezeigt, als man für Masken bezahlt hatte, diese jedoch erst viel später als vereinbart geliefert bekam. Auch beim Strom wirds eng. Unter anderem, weil viele französisc­he AKW nicht am Netz seien.

Bund und Kantone seien aber seit längerem daran, einen Energieman­gel in den Wintermona­ten zu verhindern, sagte Bundesrat Guy Parmelin. «Es geht ums Ganze», so Sommaruga. «Deshalb treffen wir Vorbereitu­ngsarbeite­n für den Ernstfall.» Das könne zum Beispiel eine Netzabscha­ltung sein. Parmelin appelliert an die Bevölkerun­g: «Versuchen Sie, ihren Strombedar­f auf das wirklich Nötige einzuschrä­nken.» Die Industrie bittet er, Gas- und Heizöltank­s aufzufülle­n, um bei einem Lieferengp­ass vorbereite­t zu sein. «Im schlimmste­n Fall wird der Bundesrat Netzabscha­ltungen vornehmen müssen. Das würde Private, und auch die Wirtschaft sehr hart treffen.» Ein Journalist wollte zum Schluss der Medienkonf­erenz noch wissen, wie lange Bundesräti­n Sommaruga duscht. Die Frage blieb unbeantwor­tet.

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IMAGO Gas könnte im Winter knapp werden: Der Endpunkt von Nord Stream 1 in Greifswald (D).

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