Die Slow-Mu­sic-Re­vo­lu­ti­on

Kom­po­nist Ólaf­ur Ar­nalds füllt dank Strea­m­ing die gröss­ten Kon­zert­sä­le der Welt.

20 Minuten - Luzern - - Streaming - ME­LA­NIE BIE­DER­MANN

«Slow Mu­sic – wie Slow Food», schreibt die «Fi­nan­ci­al Ti­mes»; ei­ne Rück­be­sin­nung aufs We­sent­li­che. Denn Mu­si­ker wie der Is­län­der Ólaf­ur Ar­nalds spie­len Kam­mer­mu­sik, wenn man so will. Im Fo­kus steht der Künst­ler und sein Kla­vier, eher neu ist, dass im Klas­sik­zim­mer ein Com­pu­ter mit­spielt. Die elek­tro­ni­schen Beats trän­ken die Lei­seLaut­Dra­ma­tik der Tas­ten und der Hö­rer drif­tet in ein woh­lig bis eu­pho­ri­sches Wum­mern ab. Und die Tech­nik spielt auch in die­ser Re­vo­lu­ti­on ei­ne ent­schei­den­de Rol­le.

«Oh­ne Strea­m­ing hät­ten Künst­ler wie ich kei­ne Chan­ce ge­habt, vom Main­stream wahr­ge­nom­men zu wer­den», schrieb der 31­Jäh­ri­ge neu­lich auf «Red­dit». Nach­dem er vor gut zehn Jah­ren sei­ne ei­ge­nen Songs on­li­ne ge­stellt hat­te, füll­te er sel­ber nur Mo­na­te spä­ter ei­nen der re­nom­mier­tes­ten Kon­zert­sä­le in Lon­don. Gut tau­send Plät­ze wa­ren gross­teils von Leu­ten in Ar­nalds’ Al­ter be­setzt. Heu­te sind sei­ne Kon­zer­te re­gel­mäs­sig aus­ver­kauft. Ver­mut­lich, weil wir in sei­nem klas­sisch be­grün­de­ten Sound kein Gen­re raus­hö­ren, da­für et­was, das dem Pop ab­n­han­den ge­kom­men scheint: Ek­s­ta­se. Sie er­for­dert ab­so­lu­te Auf­merk­sam­keit und ist sel­ten auf den ers­ten Blick sicht­bar, aber sie ist nach­hal­tig.

Ar­nalds spielt am 17. Ok­to­ber ein Kon­zert im Zürcher Volks­haus – samt Mi­ni-Orches­ter und pro­gram­mier­ten Pia­nos, die se­mi-in­tui­tiv auf sein Spiel re­agie­ren.

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