Bun­des­ge­richt kri­ti­siert Um­gang mit Sala­fis­ten

KREUZLINGEN. Die Thur­gau­er Po­li­zei hat zwei Sala­fis­ten vor­ei­lig weg­ge­wie­sen. Der Ball liegt nun beim Ver­wal­tungs­ge­richt.

20 Minuten - St. Gallen - - ST. GALLEN/REGION -

Die Po­li­zei hat­te die bei­den Män­ner im No­vem­ber 2017 aus Kreuzlingen weg­ge­wie­sen. Sie durf­ten sich rund zwei Ta­ge nicht in ei­nem be­stimm­ten Ge­biet auf­hal­ten. Sie hat­ten vor der Po­li­zei­kon­trol­le Pas­san­ten an­ge­spro­chen, um mit ih­nen über den Is­lam zu spre­chen. Zu­dem ver­teil­ten sie Flug­blät­ter. Der Weg­wei­sungs- und Fern­hal­teent­scheid wur­de da­mit be­grün­det, die Män­ner hät­ten Pas­san­ten be­läs­tigt und oh­ne Be­wil­li­gung Flug­blät­ter ver­teilt.

Die Män­ner leg­ten Be­schwer­de beim Ver­wal­tungs­ge­richt ein. Sie mo­nier­ten, dass die Weg­wei­sung ge­gen ih­re Glau­bens- und Re­li­gi­ons­frei­heit so­wie ge­gen ih­re Mei­nungs­und Be­we­gungs­frei­heit ver­stos­se. Zu­dem sei sie nicht ver­hält­nis­mäs­sig ge­we­sen. Laut Kan­tons­po­li­zei Thur­gau ist die Koran- und Flug­blatt-ver­tei­l­ak­tio­nen ein Nähr­bo­den für die Ra­di­ka­li­sie­rung jun­ger Män­ner. Dies ver­nei­nen die bei­den Be­schul­dig­ten. Ih­re Be­schwer­de wies das Ver­wal­tungs­ge­richt je­doch ab. Das Bun­des­ge­richt kommt zum Schluss, dass sich in den Ak­ten kei­ner­lei Hin­wei­se auf ei­ne Ver­bin­dung zur Ak­ti­on «Lies!» oder zur Or­ga­ni­sa­ti­on «Die wah­re Re­li­gi­on» fin­den lies­sen. Es ob­lie­ge aber dem Staat, Be­haup­tun­gen zu be­wei­sen. Der Fall wur­de des­halb zur ge­naue­ren Sach­ver­halts­ab­klä­rung an das Thur­gau­er Ver­wal­tungs­ge­richt zu­rück­ver­wie­sen.

KEY

Hat­ten die Weg­ge­wie­se­nen ei­ne Ver­bin­dung zur «Lies!»-ak­ti­on?

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.