Foods­cou­ting

20 Minuten - St. Gallen - - PEOPLE -

Für un­se­re Vor­fah­ren muss­te Es­sen vor al­lem nahr­haft und er­schwing­lich sein. Des­halb be­ste­hen zahl­rei­che Schwei­zer Klas­si­ker aus ein­fa­chen Zutaten, die zu­sam­men aber ein äus­serst schmack­haf­tes Gan­zes er­ge­ben. Bes­tes Bei­spiel: Stung­gis. Der Ein­topf aus Schwei­ne­fleisch, Wur­zel­ge­mü­se, Zwie­beln, Bouil­lon und Kar­tof­feln ist aus der Nid­wald­ner Kü­che nicht weg­zu­den­ken und steht dar­um auch heu­te noch auf vie­len Spei­se­kar­ten. Das Wort «Stung­gis» be­deu­tet üb­ri­gens nichts an­de­res als «di­cker Brei». Mit gu­tem Grund: Wenn die Bau­ern nach der lan­gen Feld­ar­beit nach Hau­se ka­men, er­in­ner­te das am frü­hen Mor­gen ins Ofen­rohr ge­scho­be­ne Stung­gis an ei­nen Brei. Die Aar­gau­er schwö­ren der­weil auf Schnitz und drun­der, ein herz­haf­tes Durch­ein­an­der von Speck, Kar­tof­feln und Dörr­früch­ten, das durch ein we­nig ca­ra­me­li­sier­ten Zu­cker sei­ne be­son­de­re No­te be­kommt. Der un-

be­strit­te­ne Ein­topf-star in der Ro­man­die heisst Pa­pet vau­dois. Für die Spe­zia­li­tät, die so­gar auf der Lis­te der Kul­tur­gü­ter des Kan­tons Waadt steht, lässt du Lauch und Kar­tof­feln auf klei­ner Flam­me in Weiss­wein aus der Re­gi­on kö­cheln, ver­fei­nerst den Mix zum Schluss mit ein we­nig Rahm und ser­vierst ihn schliess­lich mit der be­rühm­ten Waadt­län­der Sau­cis­son. Die gart für die letz­te hal­be St­un­de ein­fach auf dem Lauch-kar­tof­fel-ge­mü­se mit. Ei­ne her­vor­ra­gen­de Ba­sis für Ein­töp­fe sind auch Lin­sen. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg aus vie­len Kü­chen ver­schwun­den und zu Un­recht als Ar­me-leu­te-es­sen ab­ge­tan, er­le­ben sie seit ei­ni­gen Jah­ren ei­ne Re­nais­sance. Das Haupt­an­bau­ge­biet hier­zu­lan­de ist die fran­zö­si­sche Schweiz, die be­lieb­tes­te Sor­te sind grü­ne Lin­sen. Die­se schme­cken am bes­ten, wenn sie noch ein we­nig Biss ha­ben und pas­sen zu Würs­ten eben­so gut wie zu Schmor­stü­cken vom Rind oder ve­ge­ta­ri­schen Zutaten wie Mar­ro­ni.

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