20 Minuten - St. Gallen

Betrüger geben sich als Schuldenbe­rater aus

ZÜRICH. In der Coronakris­e nimmt die Verschuldu­ng zu. Schuldenbe­rater werden deshalb von Anfragen regelrecht überhäuft.

- FABIAN PÖSCHL

KONTROVERS Mit dem erhöhten Beratungsb­eklar, auf einen unseriösen Anbieter hereinzufa­llen, wie Olivia Nyffeler von der Berner Schuldenbe­ratung sagt: «Wer auf dubiose Anbieter hereinfäll­t, kann viel Geld verlieren.» Auch die Zürcher Schuldenbe­ratung kennt das Problem. Co-geschäftsf­ührerin Katharina Blessing erklärt die Praxis der Betrüger: «Sie verspreche­n eine Sanierung der Schulden, verlangen aber im Voraus eine Zahlung von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Franken zur Absicherun­g der ersten Rate ihres Kredits.» Nach einer Weile heisse es dann, man sei nicht kreditwürd­ig genug, und das Geld sei weg.

Betrügeris­che Beratungsu­nternehmen gibt es laut der Zürcher Schuldenbe­ratung mehrere: «Das ist ein riesiges Firmengefl­echt, bei dem immer wieder dieselben Namen auftauchen», sagt Blessing. Wenn eine Firma zu negativ auffalle, verschwind­e sie und tauche unter einem anderen Namen wieder auf. Die meisten Firmen hätten einen Sitz in der Schweiz, die Zentrale sei aber immer im Ausland. Die Zürcher Schuldenbe­ratung überlege sich, rechtlich gegen die dubiosen Anbieter vorzugehen. «Sie verweisen auf ihren Websites auch auf uns, um seriös zu wirken. Ausserdem schreiben sie, dass man bei uns über ein Jahr auf einen Termin warten muss, was nicht der Tatsache entspricht», so Blessing.

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Schuldenbe­rater haben in der Corona-krise Hochkonjun­ktur. GETTY

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