20 Minuten - St. Gallen

Traurige Unwetterbi­lanz, neue Fluten

SCHULD. Tod und Verwüstung: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel verspricht den betroffene­n Regionen rasche Hilfe.

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Die Wassermass­en im Westen Deutschlan­ds gehen zurück – und lassen Bilder der Verwüstung zurück. Und schweres Leid: Die Zahl der bestätigte­n Todesopfer in NRW und Rheinland-pfalz steht bei mindestens 156. Doch während sich die Lage dort etwas entspannt, steigen die Pegel in Bayern. Und auch in Österreich kam es zu schweren Überschwem­mungen in den Bundesländ­ern Tirol und Salzburg. Die Donau erreichte gestern die Hochwasser-warnstufe.

Nach den verheerend­en Unwettern in Deutschlan­d mit weit über hundert Toten hat sich Kanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch im Katastroph­engebiet erschütter­t gezeigt und schnelle Hilfen versproche­n. Es herrsche eine «surreale, gespenstis­che Situation», sagte die Cdupolitik­erin gestern nach einem Rundgang durch die Eifelgemei­nde Schuld, wo die Fluten Trümmerber­ge und zerstörte Häuser hinterlies­sen. «Die deutsche Sprache kennt kaum ein Wort für die Verwüstung­en, die hier angerichte­t wurden.» Beim Rundgang in Schuld musste Merkel den weinenden Bürgermeis­ter Helmut Lussi trösten. Daraufhin besuchte die Kanzlerin mit der rheinlandp­fälzischen Ministerpr­äsidentin Malu Dreyer (SPD) den nahe gelegenen Ort Adenau, der ebenfalls schwer getroffen wurde. Merkel sagte gestern auch, dass Deutschlan­d ein starkes Land sei und sich kurz und mittelfris­tige Hilfe leisten könne. «Wir stehen an Ihrer Seite. Sie wolle im August «noch mal wiederkomm­en», versprach sie.

Während die Wassermass­en in Rheinlandp­falz und Nordrheinw­estfalen vielerorts zu

rückgingen und die Aufräumarb­eiten laufen, verursacht­en heftige Regenfälle in Südostbaye­rn und in Sachsen weitere Überschwem­mungen und Erdrutsche. Sie hatten zwar nicht die Ausmasse wie im Westen – allerdings ist in Bayern keine Entspannun­g in Sicht. Im be

sonders betroffene­n oberbayeri­schen Landkreis Berchtesga­dener Land galt auch gestern noch der Katastroph­enfall. Zahlreiche Häuser wurden evakuiert. Nach Prognosen des Deutschen Wetterdien­stes sollte es im Alpenraum bis in die Nacht auf heute weiterregn­en.

Auch in Österreich blieb die Lage gestern angespannt. Dort hatten Wassermass­en am Samstagabe­nd Teile der Altstadt von Hallein nahe Salzburg und Mittersill überflutet. Die Pegel der Donau und des Urlbachs stiegen weiter – wie auch die Angst vor neuem Starkregen.

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Verheerung­en: Im schwer getroffene­n Bad Neuenahr-ahrweiler begann man gestern mit den Aufräumarb­eiten. GETTY
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Angela Merkel machte sich gestern in Schuld ein Bild von den tödlichen Verwüstung­en.
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DPA Auch Kitzbühel wurde vom Unwetter getroffen.
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AFP

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