«Ex­tre­mis­mus hat in un­se­rer Ge­sell­schaft kei­nen Platz» Ex­tre­mis­mus: 26 Mass­nah­men

ZÜ­RICH. Ein Teil der Ju­gend­li­chen in der Schweiz stimmt ex­tre­mis­ti­schen Ideo­lo­gi­en zu. Po­li­ti­ker wol­len die­se mit un­ter­schied­li­chen Re­zep­ten be­kämp­fen.

20 Minuten - Zurich - - Auftakt - QENDRESA LLUGIQI

Die Re­sul­ta­te der neu­en Ex­tre­mis­mus-Stu­die der ZHAW zei­gen, dass Ju­gend­li­che in der Schweiz mit is­la­mis­ti­schen, links- oder rechts­ex­stre­mis­ti­schen Ideo­lo­gi­en lieb­äu­geln (sie­he links).

«Ex­tre­mis­mus hat in un­se­rer Ge­sell­schaft kei­nen Platz und muss be­kämpft wer­den», so GLP-Na­tio­nal­rat Beat Flach. Laut ihm müs­sen meh­re­re Stel­len an ei­nem Strang zie­hen – auch Vor­bil­der wie Sport­ler: «Was bringt es, wenn wir Po­li­ti­ker ge­gen Hoo­li­gans wet­tern, die Po­li­zis­ten an­grei­fen, und die Sport­ler schwei­gen?»

Auch soll­ten Leh­rer auf neue Her­aus­for­de­run­gen vor­be­rei­tet wer­den, bei­spiels­wei­se auf die Funk­ti­ons­wei­se von Bub­bles im In­ter­un­ter­richts net, in de­nen oft­mals «ex­tre­mis­ti­sche Ideo­lo­gi­en ver­brei­tet wer­den», und de­ren Wir­kung auf Kin­der.

Ge­mäss Ju­so-Vi­ze­prä­si­dent Le­win Lem­pert gibt es ver­schie­de­ne Ar­ten, sich zu ra­di­ka­li­sie­ren. «Wer kei­nen Job fin­det, kann et­wa den Mi­gran­ten die Schuld ge­ben, schlägt Schei­ben ei­ner Gross­bank ein oder er flüch­tet in re­li­giö­sen Fa­na­tis­mus.» Sol­ches lies­se sich durch die Stär­kung des Staats­kun­de­so­wie des Ge­schichts ver­hin­dern.

Auch per­sön­li­che Er­fah­run­gen spie­len laut SVP-Na­tio­nal­rat Lu­kas Rei­mann bei der Ent­wick­lung von ex­tre­mis­ti­schen Ideo­lo­gi­en ei­ne Rol­le. Er spricht sich für mehr Be­rüh­rungs­punk­te aus, bei­spiels­wei­se durch Pro­jek­te wie Lik­rat: «Jü­di­sche Ju­gend­li­che ge­hen in Schul­klas­sen und tau­schen sich di­rekt mit den Schü­lern aus. Viel­leicht soll­ten das auch die Chris­ten und die Mus­li­me ma­chen.» Der per­sön­li­che

Kon­takt kön­ne viel be­wir­ken. Ei­nen na­tio­na­len Ak­ti­ons­plan für die Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on hat der Bun­des­rat 2017 ge­star­tet. Mit den 26 Mass­nah­men will man Ra­di­ka­li­sie­rung und ge­walt­tä­ti­gen Ex­tre­mis­mus früh­zei­tig durch­bre­chen, Al­ter­na­ti­ven an­bie­ten und Ak­teu­re ver­net­zen. Die Um­set­zung läuft be­reits. Da­für zu­stän­dig sind vor al­lem lo­ka­le Be­hör­den in den Städ­ten, Ge­mein­den und Kan­to­nen. Ein Bei­spiel aus dem Ak­ti­ons­plan: Im Kan­ton St. Gal­len et­wa steht Leh­rern der Film «Ra­di­kal» zur Ver­fü­gung, der mit schnel­len Schnit­ten, in Ju­gend­spra­che und mit der Äs­the­tik ei­nes Mu­sik­vi­de­os für die Ge­fah­ren des Ex­tre­mis­mus sen­si­bi­li­siert.

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Beat Flach nimmt auch Vor­bil­der wie Sport­ler in die Pflicht, Le­win Lem­pert will Staats­kun­de- und Ge­schichts­un­ter­richt stär­ken.

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