«Ich ver­schwei­ge dem Arzt mei­ne Dro­gen­sucht»

ZÜ­RICH. Man­che Din­ge sind so pri­vat, dass ihr sie selbst eu­rem Arzt nicht er­zählt.

20 Minuten - Zurich - - Wissen - FEE

Zu Ärz­ten soll­te man ehr­lich sein. Nur dann kön­nen sie hel­fen. Doch laut For­schern der Uni­ver­si­ty of Utah be­hal­ten vie­le Men­schen den­noch ei­ni­ges für sich. Vor al­lem über häus­li­che und se­xu­el­le Ge­walt, De­pres­sio­nen und Sui­zid­ge­dan­ken wird ge­schwie­gen – aus Scham, Angst vor Be­leh­rung oder Sor­ge vor ei­nem Kran­ken­ak­ten­ver­merk.

Auch ihr ver­ra­tet Me­di­zi­nern nicht al­les. «Ich ha­be noch nie je­man­dem von mei­nem Trau­ma, mei­ner Angst­stö­rung er­zählt», sagt Le­ser Gras­mü­cke. Denn «was, wenn ich des­we­gen ar­beits­un­fä­hig wer­de? Ich will nicht in Ar­mut le­ben, das wür­de al­les noch schlim­mer ma­chen.»

Auch Le­ser Mein Na­me ist X hat Ge­heim­nis­se. «Ich ver­schwei­ge dem Haus­arzt mei­ne psy­chi­sche Er­kran­kung, weil es sonst bei je­dem Lei­den heisst, es sei psy­cho­so­ma­tisch.»

Le­se­rin Xy schweigt, weil sie «kei­ne glä­ser­ne Pa­ti­en­tin» sein will. Ge­ra­de in gros­sen Pra­xen, be­fürch­tet sie, könn­ten ih­re An­ga­ben die Run­de ma­chen.

Auch Lo­re­na hält In­fos zu­rück: «Ich ver­schwei­ge mei­ne Dro­gen­sucht – weil ich nicht be­lehrt, zu ei­nem Ent­zug ge­drängt und ge­brand­markt wer­den will.» Das An­ge­ben von Dro­gen­kon­sum könn­te sich zu­dem ne­ga­tiv auf die IVRen­te aus­wir­ken, so die Sor­ge von Gu­ter Rat.

Le­ser Nik G. warnt da­ge­gen vor zu viel Zu­rück­hal­tung: «Gebt eu­rem Arzt an, dass ihr Dro­gen nehmt. Es kann gros­se Kom­pli­ka­tio­nen wäh­rend ei­ner Nar­ko­se ver­hin­dern!»

IS­TOCK

Ärz­ten er­zählt ihr nicht al­les.

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