«Aku­ter Lie­bes­kum­mer kann töd­lich sein»

20 Minuten - Zurich - - Wissen -

Schrei­ner­lehr­ling Cy­rill (17) ist völ­lig fer­tig: Sei­ne Freun­din hat Schluss ge­macht. Und das auch noch per Whatsapp. Seit­her schläft er kaum noch, hat kei­nen Ap­pe­tit mehr und kei­ne Ener­gie für den Job. Ausserdem häm­mert es in sei­nem Kopf und sein Herz schlägt deut­lich schnel­ler als nor­mal. Ein­mal ist das Herz­klop­fen nachts so stark, dass er Pa­nik be­kommt. Und er tut, was vie­le Men­schen tun: Er goo­gelt, wor­an er lei­den könn­te.

Sei­nen Re­cher­chen zu­fol­ge könn­te es das Bro­ken-He­art-Syn­drom sein, das auch un­ter der exo­tisch tö­nen­den Be­zeich­nung Ta­ko-Tsubo be­kannt ist. Da­bei kommt es durch an­dau­ern­de Aus­schüt­tung von Stress­hor­mo­nen zu ei­ner tat­säch­li­chen Schä­di­gung des Her­zens. Zwar kann die­se durch die Ab­ga­be von Me­di­ka­men­ten in der Re­gel rück­gän­gig ge­macht wer­den. Aber im aku­ten Sta­di­um kann es töd­lich en­den. Weil Cy­rill sich nicht auf «Dr. Goog­le» ver­las­sen möch­te, sucht er un­se­re Kar­dio­lo­gin auf. Die gibt nach ein­ge­hen­der Un­ter­su­chung und EKG (Elek­tro­kar­dio­gramm) Ent­war­nung: Das Herz des 17-jäh­ri­gen Pa­ti­en­ten ist zum Glück un­be­schä­digt. Cy­rill ist schlicht­weg tod­trau­rig, was nach ei­ner un­er­war­te­ten und un­schö­nen Tren­nung kein Wun­der ist. Weil er sich schwer da­mit tut, sein Le­ben auf ei­ge­ne Faust zu­rück­zu­ge­win­nen, rät ihm un­se­re Kar­dio­lo­gin, sich – zu­min­dest vor­über­ge­hend – psy­cho­lo­gi­sche Un­ter­stüt­zung zu ho­len. Das macht Cy­rill und ist bald schon wie­der ganz der Al­te. Ob mit oder oh­ne Hil­fe: Tren­nun­gen zu ver­dau­en, braucht sei­ne Zeit.

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