Dem Ex­Ri­muss­Fi­nanz­chef droht Ge­fäng­nis

SCHAFF­HAU­SEN. Da er Fir­men­gel­der ver­un­treu­te, steht der ehe­ma­li­ge Fi­nanz­chef von Ri­muss seit ges­tern vor Ge­richt. Mor­gen wird das Ur­teil er­öff­net.

20 Minuten - Zurich - - Zürich/Region - SDA

Zwei Mil­lio­nen Fran­ken feh­len der Fir­ma Ri­muss bis heu­te. Ver­ant­wort­lich für das Fi­nanz­loch ist der ehe­ma­li­ge Fi­nanz­chef des Ge­trän­ke­her­stel­lers. Er hat von ei­nem Kon­to der Fir­ma über sechs Jah­re lang Gel­der ab­ge­zweigt. Ges­tern muss­te er sich vor dem Schaff­hau­ser Kan­tons­ge­richt ver­ant­wor­ten. Die Fra­gen des Rich­ters zu sei­nen un­er­laub­ten Um­bu­chun­gen und Ab­zwei­gun­gen be­ant­wor­te­te er prä­zi­se und of­fen. Er gab zu, das Geld ab­ge­zweigt zu ha­ben. Mit dem Geld aus der Ri­muss-Fir­men­kas­se be­glich er ne­ben den Löh­nen auch die

Mie­ten und Kran­ken­kas­sen­prä­mi­en der Spie­le­rin­nen des Frau­en­teams des FC Neun­kirch. Aber auch sei­ne ei­ge­ne Putz­frau buch­te er über das Ge­schäft ab. Sie kos­te­te über die Jah­re et­wa 25 000 Fran­ken.

Als Grund, wes­halb er über­haupt das Geld ab­ge­zweigt hat­te, gab der An­ge­klag­te wäh­rend der Ver­hand­lung an, dass er die «An­er­ken­nung der Me­di­en und Spon­so­ren» such­te. Die sport­li­chen Er­fol­ge des Frau­en­teams hät­ten ihm hin­ge­gen nichts be­deu­tet. Er ha­be oh­ne ge­naue Stra­te­gie ge­han­delt. Als er dann mit ei­ner

Selbst­an­zei­ge der Re­vi­si­on zu­vor­kam, sei bei ihm ei­ne Welt zu­sam­men­ge­bro­chen. Er ha­be da­mals an Sui­zid ge­dacht.

Die Staats­an­walt­schaft wirft dem An­ge­klag­ten mehr­fa­che un­ge­treue Ge­schäfts­be­sor­gung, An­stif­tung zu Ge­hil­fen­schaft und mehr­fa­che Ur­kun­den­fäl­schung vor. Sie for­dert für den ehe­ma­li­gen Fi­nanz­chef ei­ne Frei­heits­stra­fe von 3,5 Jah­ren. Der Ver­tei­di­ger des Ex-Fi­nanz­chefs plä­dier­te auf zwei Jah­re be­dingt. Eben­falls an­ge­klagt ist ei­ne 32-jäh­ri­ge Mit­ar­bei­te­rin von

Ri­muss, die ihm da­bei ge­hol­fen ha­ben soll. Für die Ge­hil­fin des Be­schul­dig­ten for­dert der Staats­an­walt zwölf Mo­na­te be­dingt. Das Ur­teil wird mor­gen er­öff­net.

KEY

Das Schaff­hau­ser Kan­tons­ge­richt be­han­delt den Fall.

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