Po­li­to­lo­ge warnt vor Ge­walt­spi­ra­le

20 Minuten - Zurich - - Auftakt -

Im Streit um die freie Mei­nung sei grund­sätz­lich ei­ne Po­la­ri­sie­rung fest­zu­stel­len, sagt Andreas Gla­ser, Di­rek­tor des Zen­trums für De­mo­kra­tie in Aarau. «Zur­zeit sind es zu­neh­mend po­li­ti­sche Grup­pie­run­gen, die sich ge­gen­sei­tig den Mund ver­bie­ten wol­len, auch mit Ge­walt.» Gla­ser nennt die Aus­schrei­tun­gen beim «Marsch fürs Lä­be» in Zü­rich oder den Kon­flikt zwi­schen Kur­den und Tür­ken an jüngs­ten De­mons­tra­tio­nen. Dies füh­re im schlimms­ten Fall zu ei­ner «Ge­walt­spi­ra­le», wo­durch sich die po­li­ti­schen Geg­ner im­mer wei­ter auf­schau­kel­ten und die Mei­nungs­frei­heit auf der Stre­cke blei­be.

Um die To­le­ranz ge­gen­über An­ders­den­ken­den ste­he es der­zeit nicht gut, stellt der Po­li­to­lo­ge fest. Das sei ein Pro­blem für die De­mo­kra­tie, denn es sei zen­tral, dass die un­ter­schied­li­chen Ar­gu­men­te – so­lan­ge es sich nicht um ver­bo­te­ne ex­tre­mis­ti­sche Po­si­tio­nen hand­le – in der Öf­fent­lich­keit ver­han­delt wer­den könn­ten.

«Die Ge­sell­schaft muss wie­der ein­üben, an­de­re Mei­nun­gen zu er­tra­gen und nicht gleich als An­griff auf die ei­ge­ne Per­son zu wer­ten», so Gla­sers

Fa­zit.

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