Fa­ber reisst letz­te Schutz­mau­ern ein

Ju­li­an Pol­li­na steigt mit sei­nem zwei­ten Fa­berAl­bum «I Fucking Lo­ve My Li­fe» auf Platz zwei ein.

20 Minuten - Zurich - - Charts - ME­LA­NIE BIE­DER­MANN

Er liebt die Par­odie. Fa­ber wähl­te aber nie die sub­ti­le Form, er über­spitzt – und das im­mer sehr di­rekt. So agiert der Zürcher Mu­si­ker Ju­li­an Pol­li­na auch jen­seits der Büh­ne. Als er 2018 den Ar­tist Award der Swiss Mu­sic Awards per Vi­deo­bot­schaft ent­ge­gen­nahm, er­klär­te er sei­ne Ab­we­sen­heit nüch­tern mit be­ruf­li­chen Ver­pflich­tun­gen. Er müs­se tun, was die meis­ten Mu­si­ker an ei­nem Frei­tag­abend tun müss­ten: ein Kon­zert spie­len. Der Ter­min-Clash schien nicht un­will­kom­men, er mach­te

Fa­bers Ar­gu­ment um­so deut­li­cher: Als Mu­si­ker ver­dient man we­nig, selbst wenn Fans und Feuille­tons dich über Lan­des­gren­zen hin­aus fei­ern.

Den Druck und die Fol­gen da­von er­klär­te der 26-Jäh­ri­ge vor zwei Wo­chen im In­ter­view mit 20 Mi­nu­ten: «Al­le sa­gen dir oh­ne Scheiss: ‹Sauf ein­fach eins, dann gehts.›» Er sel­ber sei wohl die letz­ten sechs Jah­re be­trun­ken ge­we­sen.

Mit «I Fucking Lo­ve My Li­fe» the­ma­ti­siert er Ab­grün­de wie die­se schnör­kel­los wie eh und je. Im Al­bumclo­ser «Hei­ligabig ich bin bs­of­fe» singt Fa­ber zu­dem zum ers­ten Mal auf Schwei­zer­deutsch. Dass er mit Mun­d­art­tex­ten noch un­ge­fil­ter­ter rü­ber­kom­me, ha­be ihn sel­ber über­rascht. Das Hoch­deutsch bot ihm die viel­leicht letz­te Schutz­mau­er.

INS­TA­GRAM

Fa­ber singt erst­mals auf Mun­d­art.

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