Druck treibt Schü­ler in die Kli­nik

20 Minuten - Zurich - - Vorderseit­e -

Knapp 50 000 Kin­der und Ju­gend­li­che aus der Schweiz wer­den pro Jahr in Kli­ni­ken und Pra­xen we­gen psy­chi­scher Pro­ble­me be­han­delt. Sie lei­den et­wa un­ter De­pres­sio­nen, Angst­stö­run­gen oder Burn­outs. Die Zah­len sind ex­plo­diert: 2006 wa­ren es noch halb so vie­le. Laut Psych­ia­te­rin Dag­mar Pau­li ist der ge­stie­ge­ne Leis­tungs­druck in der Schu­le ei­ner der Haupt­grün­de für die Zu­nah­me. Der Leh­rer­ver­band nennt die Ent­wick­lung «be­sorg­nis­er­re­gend».

Frau Pau­li, war­um lan­den so vie­le Kin­der und Ju­gend­li­che in der Psych­ia­trie?

Bei vie­len Be­trof­fe­nen ist der Schul­druck der Aus­lö­ser.

Sie blei­ben dem

Un­ter­richt fern, ha­ben Angst­stö­run­gen und Burn-outs. Häu­fi­ger als frü­her ver­let­zen sie sich auch selbst und sind sui­zi­dal. Der Druck in der Schu­le ist zu gross.

Was heisst das?

Man muss über­all Top­leis­tun­gen

brin­gen. Wenn nicht, wird der Schü­ler ab­ge­klärt und in die Nach­hil­fe ge­schickt. Die Fol­gen sind gros­se Un­si­cher­hei­ten, Angst und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit. Funk­tio­niert al­les nicht mehr, kommt es oft zum Zu­sam­men­bruch.

Zu­sätz­li­chen Druck ha­ben die Schü­ler we­gen des In­ter­nets.

Wie mei­nen Sie das? Ju­gend­li­che müs­sen sich stän­dig auf So­ci­al Me­dia in­sze­nie­ren und on­li­ne ver­füg­bar sein. Die El­tern kön­nen ih­nen da auch nicht raus­hel­fen. War­um?

Auch sie müs­sen im­mer über­all prä­sent sein. Fa­mi­li­en ha­ben kaum noch Zeit zum Re­la­xen. BZ Dag­mar Pau­li ist Chef­ärz­tin an der Psych­ia­tri­schen Uni­k­li­nik in Zü­rich.

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