Pro­sti­tu­ier­te fühlt sich nach Ar­ti­kel ge­täuscht

ZÜ­RICH. Ein «Welt­wo­che»-Au­tor be­rich­te­te über sein Ren­dez-vous mit der Edel-Pro­sti­tu­ier­ten Sa­lo­mé Bal­t­hus. Er ha­be dies ge­gen ih­ren Wil­len ge­tan, wirft sie ihm vor.

20 Minuten - Zurich - - Vorderseit­e - BET­TI­NA ZANNI

In der ak­tu­el­len «Welt­wo­che»Aus­ga­be be­schreibt Re­dak­tor Ro­man Zel­ler sein Da­te mit der deut­schen Edel-Pro­sti­tu­ier­ten Sa­lo­mé Bal­t­hus. Er ent­lock­te ihr et­wa, dass der Ge­schlechts­ver­kehr zu ih­rem Be­ruf «meist ein­fach da­zu­ge­hört, wie essen». Zum Sex kam es aber nicht. Bal­t­hus sei kurz nach Mit­ter­nacht mit ei­nem Ta­xi ver­schwun­den, so Zel­ler.

Das Da­te buch­te er an­geb­lich nach wie­der­hol­ten In­ter­view-Ab­sa­gen: «‹Als Kun­de sind Sie je­der­zeit will­kom­men›, hiess es im­mer­hin. Al­so pack­te ich ge­nü­gend Klein­geld ein.» Ges­tern be­schwer­te sich Bal­t­hus auf Twit­ter über den Ar­ti­kel. Zel­ler ha­be sie rein pri­vat als Es­cort ge­bucht. Für ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit der Zei­tung sei sie nicht zur Ver­fü­gung ge­stan­den. Auch vie­le User be­zeich­nen das Vor­ge­hen als «wi­der­lich» und als Fall für den Pres­se­rat (sie­he Box).

«Er woll­te ein Din­ner-Da­te als Kun­de mit mir bu­chen. Es ver­stand sich von selbst, dass er kei­nen Ar­ti­kel dar­über ver­öf­fent­li­chen wür­de», so Bal­t­hus zu 20 Mi­nu­ten. Den­noch sei sie skep­tisch ge­we­sen. «Ich fand die gan­ze Zeit, dass er ir­gend­wie an­ge­spannt wirk­te.» Sie über­le­ge sich recht­li­che Schrit­te.

«Welt­wo­che»-Chef­re­dak­tor Roger Köp­pel ver­tei­digt den Ar­ti­kel: «Ro­man Zel­ler hat sich kor­rekt als ‹Welt­wo­che›-Jour­na­list zu er­ken­nen ge­ge­ben und ei­nen ge­ra­de­zu eu­pho­ri­schen Ar­ti­kel über ei­ne sehr in­tel­li­gen­te Frau ge­schrie­ben.» Die «Welt­wo­che» wi­der­spricht ih­rer Darstel­lung. «Un­ser Jour­na­list sag­te Frau Bal­t­hus, dass das Ge­spräch jour­na­lis­tisch ver­wen­det wer­de.» Man­che Re­ak­tio­nen kri­ti­sie­ren auch Bal­t­hus: Der Ar­ti­kel sei kei­ne Über­ra­schung, wenn zu­vor mo­na­te­lang In­ter­views ab­ge­lehnt wor­den sei­en.

Sa­lo­mé Bal­t­hus be­schwer­te sich auf Twit­ter über die «Welt­wo­che».

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