Die­se Ba­na­ne kos­tet 120 000 Dol­lar

MIA­MI. Mau­ri­zio Cat­telan ver­kauf­te ges­tern die wohl teu­ers­te Ba­na­ne der Welt. Das Hand­werk ste­he nicht mehr im Vor­der­grund, so ein Ex­per­te.

20 Minuten - Zurich - - Vorderseit­e -

Ist das gros­se Kunst oder dre­hen jetzt al­le durch? Ba­na­nen, mit Kle­be­band an der Wand be­fes­tigt, spal­ten der­zeit die Ge­mü­ter an der Art Ba­sel Mia­mi

Beach. Zwei der drei Ba­na­nen wur­den be­reits ver­kauft – für je 120000 Dol­lar. Sie sym­bo­li­sie­ren un­ter an­de­rem den Welt­han­del. Was der Käu­fer ma­chen soll, wenn die Ba­na­ne fault, sagt Künst­ler Mau­ri­zio Cat­telan nicht. Laut ei­nem Kunst­ex­per­ten sind «die Prei­se im Kunst­markt zum Teil ab­surd».

Für 120 000 Dol­lar könn­te man sich so ei­ni­ges kau­fen, so­gar ei­ne pri­va­te In­sel im At­lan­tik liegt im Bud­get. Man könn­te al­ler­dings auch in Mau­ri­zio Cat­tel­ans Kunst­werk mit dem Na­men «Co­me­di­an» in­ves­tie­ren. Es be­steht aus ei­ner Ba­na­ne und ei­nem Stück Kle­be­band. Be­reits am ers­ten Tag der Art Ba­sel Mia­mi Beach, ei­nem Ab­le­ger der Kunst­mes­se in Ba­sel, wur­den zwei der drei ver­füg­ba­ren Ex­em­pla­re ver­kauft – für je 120 000 Dol­lar.

Wie die Kunst­web­site Art­net schreibt, han­delt es sich bei der ers­ten Käu­fe­rin um ei­ne Fran­zö­sin, die be­reits zu­vor Wer­ke an der Art Ba­sel ge­kauft hat. Auch das zwei­te Werk geht nach Frank­reich. Die drit­te Aus­füh­rung soll an ein Mu­se­um ge­hen – für 150 000 Dol­lar. Die Ge­schich­te der teu­ers­ten Ba­na­ne geht um die Welt – und wird kon­tro­vers dis­ku­tiert.

«Heu­te hat Kunst ei­ne ganz an­de­re Funk­ti­on als frü­her», sagt da­zu Mar­kus Schöb, Auk­tio­na­tor bei Beur­ret Bail­ly Wid­mer Auk­tio­nen. «Sie soll die Ge­sell­schaft in­fra­ge stel­len und in den Men­schen et­was aus­lö­sen – was of­fen­sicht­lich auch der Fall ist.»

Künst­ler sei­en Er­fin­der im kul­tu­rel- len Be­reich mit der Auf­ga­be, die Ge­sell­schaft im Mo­ment poin­tiert

auf­zu­zei­gen.

«Die meis­ten se­riö­sen Künst­ler be­herr­schen das Hand­werk auch noch, aber es steht nicht mehr im Vor­der­grund», so Schöb. Es

sei

Teil des Kon­zepts, dass für ei­ne ein­fa­che Ba­na­ne ein sol­cher Preis be­zahlt wer­de. «Ich fin­de die Prei­se im Kunst­markt zum Teil auch ab­surd.» Der ho­he Preis le­gi­ti­mie­re sich aber mit der Be­rühmt­heit des Künst­lers: «Wenn ein Kleid mal Ma­ri­lyn Mon­roe ge­hört hat, dann ist es auch ein Ver­mö­gen wert, auch wenn es ei­gent­lich nur ein nor­ma­les Kleid ist.»

«Heu­te hat Kunst ei­ne ganz an­de­re Funk­ti­on als frü­her. Sie soll in den Men­schen et­was aus­lö­sen – was of­fen­sicht­lich der Fall ist.» Mar­kus Schöb

Auk­tio­na­tor bei Beur­ret Bail­ly Wid­mer

SA­RAH CASCONE

Die vom Künst­ler Mau­ri­zio Cat­telan mit Kle­be­band an ei­ne Wand be­fes­tig­te Ba­na­ne war ei­nem Käu­fer ein Ver­mö­gen wert.

GA­LE­RIE PERROTIN

Zwei Aus­ga­ben des Werks «Co­me­di­an» des ita­lie­ni­schen Künst­lers Mau­ri­zio Cat­telan (59) wur­den für je 120 000 Dol­lar ver­kauft.

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