Seil­tän­zer Fred­dy Nock muss ins Ge­fäng­nis

ZO­FIN­GEN. Es wa­ren hef­ti­ge Vor­wür­fe, die ges­tern von der Ehe­frau vor Ge­richt ge­gen Fred­dy Nock ge­äus­sert wur­den. Jetzt muss er ins Ge­fäng­nis.

20 Minuten - Zurich - - VORDERSEIT­E - THO­MAS MA­THIS

Der Schwei­zer Hoch­seil­ar­tist und Welt­re­kord­hal­ter Fred­dy Nock muss­te sich ges­tern vor dem Be­zirks­ge­richt in Zo­fin­gen AG ver­ant­wor­ten. Er soll sei­ne Noch-Ehe­frau Xi­me­na mehr­mals an­ge­grif­fen ha­ben. Un­ter Trä­nen er­zähl­te sie von den Vor­fäl­len. Der schlimms­te ha­be sich nach den Swiss Awards 2013 zu­ge­tra­gen. «Wäh­rend ei­nes Streits hat er mei­nen Kopf drei­mal an die Wand ge­schla­gen.» Dann ha­be er ver­sucht, sie mit ei­nem Kis­sen zu er­sti­cken. «Ich hat­te Angst, dass ich ster­be.» Als der Be­schul­dig­te ge­merkt ha­be, dass sie sich dar­auf­hin tot stell­te, ha­be er sie ge­schla­gen. «All die Jah­re ha­be ich das al­les ge­schluckt und ver­drängt», so Xi­me­na Nock. Der Be­schul­dig­te kämpf­te eben­falls mit Trä­nen, äus­ser­te sich aber nur im Schluss­wort: «Das Wich­tigs­te sind mir die Kin­der.»

Sein Ver­tei­di­ger for­der­te ei­nen Frei­spruch von al­len Vor­wür­fen. Es ge­be teil­wei­se kei­ne strik­ten Be­wei­se, und Aus­sa­gen sei­en un­glaub­haft: «Das Ver­fah­ren ist ein Bei­spiel da­für, dass die An­ga­ben ei­ner Frau bei ei­nem Be­zie­hungs­de­likt viel erns­ter ge­nom­men wer­den.» Xi­me­na ha­be ei­nen ho­hen Al­ko­hol­kon­sum ge­habt, der oft zu Streit ge­führt ha­be. Sie wol­le mit den An­schul­di­gun­gen ih­re Po­si­ti­on im Sor­ge­rechts­streit um den Sohn stär­ken. Der Staats­an­walt sah dies an­ders und for­der­te 7,5 Jah­re Ge­fäng­nis für Fred­dy Nock. Er ha­be zwei Ge­sich­ter: «Der er­folg­rei­che und sym­pa­thi­sche Spit­zen­sport­ler, zum an­de­ren fi­nan­zi­el­le Pro­ble­me, Ko­ka­in­kon­sum und Ge­walt ge­gen sei­ne Ehe­frau.» Er ha­be das Le­ben sei­ner Fa­mi­lie zur Höl­le ge­macht.

Das Ge­richt sprach Nock in meh­re­ren Punk­ten frei, ver­ur­teil­te ihn aber zu ei­ner teil­be­ding­ten Frei­heits­stra­fe von 2,5 Jah­ren we­gen ver­such­ter vor­sätz­li­cher Tö­tung beim Vor­fall mit dem Kis­sen. 10 Mo­na­te muss er ab­sit­zen – drei da­von in Si­cher­heits­haft. Er wur­de noch im Ge­richts­saal ver­haf­tet.

KEYSTONE

Fred­dy Nock wur­de ges­tern von Jour­na­lis­ten vor Ge­richt emp­fan­gen.

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