Führt ei­ne Ge­bühr zu we­ni­ger Re­tou­ren?

ZÜRICH. Gä­be es ei­ne ge­setz­li­che Re­tou­ren- Ge­bühr, wür­den Schwei­zer fast zwei Mil­lio­nen Pa­ke­te we­ni­ger ver­schi­cken.

20 Minuten - Zurich - - Auftakt - RA­PHA­EL KNECHT

Za­lan­do hat die Gra­tis­rück­sen­dung po­pu­lär ge­macht, an­de­re Mo­de­händ­ler zie­hen nach: In der Schweiz bie­tet je­der vier­te On­li­ne­shop kos­ten­lo­se Re­tou­ren an, wie ei­ne Er­he­bung von ZHAW-Do­zent Da­ri­us Zum­stein zeigt.

Für die Um­welt ist die Rück­sen­de­rei ei­ne er­heb­li­che Be­las­tung: Ei­ner­seits ver­brau­chen Trans­port und Ver­pa­ckung Res­sour­cen und der CO2-Aus­stoss steigt. Teils wer­den die zu­rück­ge­sen­de­ten Pro­duk­te gar nicht wie­der­ver­wen­det, son­dern ver­nich­tet. Ei­ne For­schungs­grup­pe der Uni­ver­si­tät Bam­berg schlägt nun vor, ei­ne ge­setz­lich ver­an­ker­te Rück­sen­de­ge­bühr ein­zu­füh­ren. In ei­ner Stu­die heisst es, man könn­te die Zahl der Re­tou­ren in Deutsch­land um 16,2 Pro­zent sen­ken, wenn dem Kon­su­men­ten pro Rück­sen­dung 3 Eu­ro be­las­tet wür­den.

In der Schweiz wür­de ei­ne Ge­bühr von 3 Fran­ken ei­nen ähn­li­chen Ef­fekt ha­ben, ist Zum­stein über­zeugt. Der On­li­nehan­del-Ex­per­te rech­net für 2019 mit 12 Mil­lio­nen Re­tou­ren in der Schweiz. 16,2 Pro­zent da­von wä­ren um die 2 Mil­lio­nen Pa­ke­te. Die ef­fek­ti­ve Re­duk­ti­on dürf­te je­doch et­was klei­ner sein als in Deutsch­land.

Die Grü­ne Par­tei Schweiz et­wa un­ter­stüt­ze das Kon­zept, sagt der stell­ver­tre­ten­de Ge­ne­ral­se­kre­tär Urs Scheuss: «Die Stu­die be­legt die Wirk­sam­keit die­ser um­welt­freund­li­chen Mass­nah­me.» Zum­stein be­zwei­felt aber, dass so ei­ne Ge­bühr ein­ge­führt wird: Die li­be­ra­le Schwei­zer Po­li­tik über­las­se die Ent­schei­dung, nach­hal­tig ein­zu­kau­fen, den Kon­su­men­ten.

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Je­der vier­te On­li­ne­shop in der Schweiz bie­tet kos­ten­lo­se Re­tou­ren an.

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