«Tür­kei muss Bas­ler Mu­si­ker frei­las­sen»

BA­SEL. Der Mu­si­ker Yil­maz Ce­lik wur­de in der Tür­kei ver­haf­tet. Sei­ne Fa­mi­lie durf­te ihn bis heu­te nicht be­su­chen.

20 Minuten - Zurich - - Vorderseit­e - MA­NUE­LA HUMBEL

Seit mehr als ei­ner Wo­che sitzt der Mu­si­ker Yil­maz Ce­lik in der Tür­kei im Ge­fäng­nis. Dem Ba­sel­bie­ter mit kur­di­schen Wur­zeln wirft die Tür­kei Mit­glied­schaft in ei­ner lin­ken Or­ga­ni­sa­ti­on vor. Sei­ne Fa­mi­lie reist nun in die Tür­kei, um für Ce­lik zu kämp­fen. Auch Aus­sen­po­li­ti­ker for­dern sei­ne Frei­las­sung. Der­weil fürch­ten sich Schwei­zer Kur­den vor Rei­sen in die Tür­kei.

Der kur­disch­stäm­mi­ge Mu­si­ker Yil­maz Ce­lik wur­de am Sonn­tag vor ei­ner Wo­che im tür­ki­schen Tun­ce­li fest­ge­nom­men. Kurz zu­vor hat­te der 50-Jäh­ri­ge aus Prat­teln dort ein Kon­zert ge­ge­ben. Nun sitzt er in Un­ter­su­chungs­haft in ei­nem Ge­fäng­nis, das sein Sohn As­men als «ei­nes der schlimms­ten» be­zeich­net: das Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis von Ela­zig.

Ce­lik wird der Mit­glied­schaft in ei­ner lin­ken Or­ga­ni­sa­ti­on und der Pro­pa­gan­da be­schul­digt. Erst wur­de ihm jeg­li­cher Be­such ver­bo­ten, nun dür­fen ihn Fa­mi­lie und Freun­de be­su­chen. Mor­gen soll es so weit sein. As­men Ce­lik darf dann zum ers­ten Mal seit der In­haf­tie­rung mit sei­nem Va­ter re­den. Das durf­te er bis­her auch am Te­le­fon nicht. «Ich ha­be kei­ne Ah­nung, wie es ihm geht», so der 27-Jäh­ri­ge.

Yil­maz Ce­liks Schwes­ter, Yil­diz, sagt, sie sei am Tag der Ver­haf­tung te­le­fo­nisch in­for­miert wor­den. «Es dau­er­te ei­nen Mo­ment, bis ich rea­li­sier­te, dass ich ei­ne Ein­heit ge­gen Ter­ror am Ap­pa­rat hat­te», er­zählt sie. Am Tag dar­auf ha­be die ers­te An­hö­rung statt­ge­fun­den. «Ich weiss nicht, wie das mög­lich war, doch wäh­rend der Ver­hand­lung hat ein Freund von ihm an­ge­ru­fen. Wäh­rend ich mit ihm sprach, hör­te ich im Hin­ter­grund mei­nen Bru­der schrei­en: Es ge­he ihm gut und ich sol­le mir kei­ne Sor­gen ma­chen. Das kam mir vor wie in ei­nem Hor­ror­film. Mein gan­zer Kör­per zit­ter­te und ich muss­te wei­nen.» Nun wird auch die Po­li­tik ak­tiv: Ver­schie­de­ne Aus­sen­po­li­ti­ker for­dern Ce­liks Frei­las­sung (sie­he un­ten).

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Yil­maz Ce­lik sitzt in ei­nem tür­ki­schen Ge­fäng­nis.

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