Wein­stein sieht sich als Frau­en­för­de­rer

NEW YORK. Gut 80 Frau­en be­schul­di­gen ihn se­xu­el­ler Über­grif­fe. Doch ExHol­ly­wood-Mo­gul Har­vey Wein­stein gibt sich nun als ge­ne­rö­ser Frau­en­för­de­rer.

20 Minuten - Zurich - - Ausland - LEG

Der 67-jäh­ri­ge Wein­stein muss­te sich in New York ei­ner Rü­cken­ope­ra­ti­on un­ter­zie­hen. Im Spi­tal ge­währ­te Wein­stein der «New York Post» ein bi­zar­res In­ter­view. «Ich ha­be mehr Fil­me mit Frau­en als Re­gis­seu­rin­nen und über Frau­en ge­macht als je­der an­de­re – in ei­ner Zeit vor 30 Jah­ren, als das noch nicht in Mo­de war», so Wein­stein. «Ich ha­be das als Ers­ter ge­tan. Ein Pio­nier!» Gwy­neth Paltrow, ei­nes sei­ner mut­mass­li­chen Op­fer, ha­be er 2003 ei­ne Film­rol­le ver­schafft, mit der sie mehr ver­dient ha­be als al­le Män­ner in die­sem Jahr. Dann prahlt er mit sei­nem Er­folg: «Ich hat­te kein Geld, aber ich ha­be mit Mi­ra­max ein Im­pe­ri­um auf­ge­baut und mich ent­schie­den, et­was zu­rück­zu­ge­ben.» So ha­be er et­wa mit ei­nem Kon­zert für die Ro­bin Hood Foun­da­ti­on 100 Mil­lio­nen Dol­lar ge­sam­melt.

Nun sieht er sich als Op­fer: «All das ist nun nichts mehr wert auf­grund des­sen, was ge­sche­hen ist. Mei­ne Ar­beit wur­de ver­ges­sen.» Auf Fra­gen nach sei­nem Pro­zess und sei­nen Ta­ten droh­te er je­weils, das In­ter­view ab­zu­bre­chen.

Das sorg­te bei sei­nen Op­fern für Wut. 23 Frau­en – dar­un­ter Ro­san­na Ar­quet­te und Ash­ley Judd – re­agier­ten mit ei­nem State­ment: «Er sagt, er wol­le nicht ver­ges­sen wer­den. Nun, das wird er nicht: Er wird als reue­lo­ser Tä­ter in Er­in­ne­rung blei­ben, der sich al­les ge­nom­men hat.»

AP

Har­vey Wein­stein ist des se­xu­el­len Miss­brauchs be­schul­digt.

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