«Es ist scha­de, dass das AKW vom Netz geht»

MÜH­LE­BERG. Ein Be­such vor Ort zeigt: Im AKW-Dorf freu­en sich längst nicht al­le über die Still­le­gung des Kern­kraft­werks Müh­le­berg.

20 Minuten - Zurich - - Auftakt - JO­EL PROBST

Heu­te Mit­tag drü­cken die Mit­ar­bei­ter im Kon­troll­raum die Aus­schalt­knöp­fe des AKW. Be­glei­tet wird das his­to­ri­sche Er­eig­nis von ei­nem Fest für die Be­völ­ke­rung.

In ei­ner Stras­sen­um­fra­ge zei­gen sich je­doch nicht al­le Ein­woh­ner von Müh­le­berg in Fest­lau­ne. «Ich fin­de es scha­de. Wenn ich sag­te, ich kom­me aus Müh­le­berg, ant­wor­te­ten al­le: Dort steht doch das Atom­kraft­werk!», sagt et­wa Land­wirt Sal­vis­berg aus der Re­gi­on. Auch Bä­cke­rin Ire­ne Gug­gis­berg sagt: «Das AKW ist ein gu­ter Ar­beit­ge­ber. Auch an­de­re Ge­schäf­te er­hal­ten Auf­trä­ge vom AKW. Dar­um ist es scha­de.» Be­grüs­sens­wert sei hin­ge­gen, dass künf­tig kei­ne Atom­ab­fäl­le mehr an­fie­len.

An­de­re wer­den das Wahr­zei­chen der­weil nicht ver­mis­sen: «Müh­le­berg hat von den Steu­ern pro­fi­tiert, aber ich traue­re dem AKW nicht nach», sagt ein

Ein­woh­ner vor dem Volg. Und Land­wirt Hansueli Roh­rer er­gänzt: «Ich ha­be Ma­schi­nen, die Strom brau­chen. Wenn die­ser aus Wind oder Son­ne kommt, bin ich mit der Still­le­gung ein­ver­stan­den.»

Für Ge­mein­de­prä­si­dent Re­né Mai­re ist der heu­ti­ge Tag his­to­risch: «Die Müh­le­ber­ger wis­sen, dass ei­ne Ära zu En­de geht.» Weil Steu­er­ein­nah­men weg­fal­len, rech­net er mit ei­nem leicht stei­gen­den Steu­er­satz.

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Ire­ne Gug­gis­berg: «Das AKW ist ein gu­ter Ar­beit­ge­ber.»

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Land­wirt Sal­vis­berg: «Müh­le­berg ver­liert ein Wahr­zei­chen.»

Hansueli Roh­rer: «Ich ha­be Ma­schi­nen, die Strom brau­chen.»

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