Der Mut­ter des aus­ge­setz­ten Ba­bys droht Ge­fäng­nis

DÄR­STET­TEN. Patrick Fass­bind, Bas­ler KESB-Chef, be­ant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen zum aus­ge­setz­ten Kind.

20 Minuten - Zurich - - Schweiz - IHR

Wie schnell be­kommt ein Kind wie je­nes aus Där­stet­ten ei­nen Na­men?

So bald als mög­lich. Spi­tä­ler ver­ge­ben in sol­chen Fäl­len oft pro­vi­so­ri­sche Na­men.

Was pas­siert mit Ba­bys nach dem Auf­fin­den?

Vor­ran­gi­ges Ziel ist, dass die Mut­ter sich mel­det und sie über­zeugt wer­den kann, dass sie ihr Kind an­nimmt und ihm die not­wen­di­ge Für­sor­ge zu­kom­men lässt. Ak­tiv ge­sucht wird nur, wenn straf­recht­lich re­le­van­tes Ver­hal­ten zu ver­mu­ten ist.

Das Ba­by in Där­stet­ten wur­de in der Käl­te in ei­nem Werk­hof aus­ge­setzt. Mit wel­cher Stra­fe muss die Mut­ter rech­nen?

Gibt ei­ne Mut­ter ihr Kind in ei­ner Ba­by­klap­pe ab, muss sie mit kei­nen straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen rech­nen. Setzt sie es al­ler­dings wie im vor­lie­gen­den Fall an­dern­orts aus, hängt die Straf­bar­keit und das Straf­mass von den Um­stän­den ab. Es kommt dar­auf an, ob durch die kon­kre­te Aus­set­zung das Le­ben und die Ge­sund­heit des Kin­des ge­fähr­det wur­den. Auch wenn das Kind ge­sund ge­fun­den wird, kann das mit ei­ner Frei­heits­stra­fe von bis zu fünf Jah­ren ge­ahn­det wer­den. Re­le­vant ist der mehr oder we­ni­ger si­che­re Aus­set­zungs­ort.

Was ist, wenn das Kind zu Scha­den kam?

Wird ein Kind nicht ge­sund auf­ge­fun­den, gilt dies als Kör­per­ver­let­zung. Ist es bei der Auf­fin­dung tot, macht sich die aus­set­zen­de Mut­ter gar der Tö­tung schul­dig. Je nach den Um­stän­den des Falls kann hier aber ein ge­son­der­ter Ar­ti­kel des Straf­rechts ei­ne Straf­mil­de­rung vor­se­hen.

T. KNUT­TI

Der Fund­ort.

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